Donnerstag, 11. März 2010
Griechenland im Streik: Protest gegen Sparprogramm
Mit einem Generalstreik gegen das massive Sparprogramm legen die griechischen Gewerkschaften das Land praktisch lahm. Landesweit sind die Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes und der Privatwirtschaft aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Die sozialistische Regierung will mit dem Sparprogramm die angeschlagenen Staatsfinanzen sanieren.Mit einer Streikwelle haben die griechischen Gewerkschaften das Land praktisch lahmgelegt. Die Streikenden machen mobil gegen ein 4,8 Milliarden Euro schweres Sparprogramm der sozialistischen Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou, das unter anderem Gehaltskürzungen für Beamte sowie erhebliche Einsparungen im Sozialbereich vorsieht.
Luftraum gesperrt
Besonders betroffen ist der Verkehr. Da auch die Fluglotsen streiken, wurden bereits seit Mitternacht sämtliche Flüge von und nach Griechenland gestrichen. Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn werden bestreikt.
Im Radio und Fernsehen gibt es keine Nachrichten, da auch die Journalisten für 24 Stunden in den Ausstand treten. Die meisten Behörden bleiben geschlossen, ebenso Schulen und Universitäten. In den Krankenhäusern werden nur Notfälle behandelt. Geschäfte, Supermärkte, die meisten Banken und die Hotels haben dagegen geöffnet. Auch die Taxis fahren.
Papandreou äußerte Verständnis für den Unmut der Bürger, es gebe aber einfach "kein Geld". Das harte Sparprogramm seiner Regierung sieht unter anderem einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst vor. Die Mehrwertsteuer wurde um zwei Prozentpunkte erhöht. Indirekte Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe wurden gleich zweimal innerhalb weniger Wochen um rund 20 Prozent erhöht.
Schuldenberg von 300 Milliarden
Griechenland hat Schulden in Höhe von fast 300 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ihre ständige Aufsicht gestellt.
Das Ausmaß des Streiks könnte zeigen, ob Ministerpräsident Papandreou seine internationalen Zusagen einhalten und den Haushalt so zügig wie angekündigt in Ordnung bringen kann. Die beteiligten Gewerkschaften vertreten die Hälfte der griechischen Arbeitskräfte. Die Gewerkschaften haben in jüngster Vergangenheit mehrfach zu Streiks aufgerufen. Umfragen zufolge sieht die Mehrheit der Bevölkerung zwar die Notwendigkeit zum Sparen, lehnt den neuen Plan der Regierung jedoch ab.
dpa/rts
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