Politik
Die Eltern des Teenagers demonstrierten in New York und Miami.
Die Eltern des Teenagers demonstrierten in New York und Miami.(Foto: REUTERS)

Aktionen in 130 Städten geplant: Proteste gegen Trayvon-Martin-Urteil

Sie wollen ein Signal gegen Rassismus setzen. Überall in den USA gehen Menschen auf die Straße, um gegen den Freispruch von George Zimmerman zu demonstrieren. Unter die empörten Bürger mischen sich auch bekannte Musiker.

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Eine Woche nach dem Freispruch im Prozess um den erschossenen Schwarzen Trayvon Martin haben in den USA Tausende Menschen gegen das Urteil protestiert. Von Miami in Florida über New York und Chicago bis hin zum kalifornischen Los Angeles versammelten sich Demonstranten.

Zu den Kundgebungen hatte die Bürgerrechtsbewegung National Action Network unter dem Schwarzen Al Sharpton aufgerufen. Sie kündigte landesweite Aktionen in 130 Städten an. Wie viele Menschen auf die Straße gingen, ließ sich aber zunächst nicht einschätzen. Im Fernsehen waren überwiegend kleinere Gruppen von jeweils mehreren Hundert Demonstranten zu sehen.

"Trayvon war doch nur ein Kind"

Die Mutter des im Februar 2012 erschossenen Teenagers, Sybrina Fulton, und sein Bruder Jahvaris Fulton nahmen an den Protesten in New York teil. "Trayvon war doch nur ein Kind", sagte Sybrina Fulton dem Sender CNN zufolge auf der Kundgebung, zu der auch Sängerin Beyoncé und Rapper Jay-Z kamen. Vater Tracy Martin demonstrierte in Miami mit. In Sanford im Bundesstaat Florida, der Stadt, in der Trayvon erschossen wurde, marschierten mehrere Hundert Menschen die Straßen entlang - in ihren Händen ein Poster mit dem Porträt des Getöteten.

Am Freitag hatte sich auch Präsident Barack Obama sehr emotional zu Wort gemeldet. Bei einem überraschenden Auftritt vor Journalisten prangerte er Vorurteile gegen die Schwarzen im Land und "rassische Ungleichheiten" im US-Strafrecht an, vermied es aber, den Freispruch direkt zu kritisieren. In einer ausgesprochen persönlichen Passage zog er eine Parallele zwischen Trayvon und seinen eigenen Erfahrungen in jungen Jahren. "Das hätte ich vor 35 Jahren sein können", sagte der erste afroamerikanische Präsident der USA.

"Es gibt sehr wenige afroamerikanische Männer in diesem Land, die nicht die Erfahrung gemacht haben, verfolgt zu werden, während sie in einem Kaufhaus einkauften. Das gilt auch für mich", sagte Obama. "Es gibt sehr wenige afroamerikanische Männer, die nicht selbst die Erfahrung gemacht haben, dass sie hörten, wie Autoschlösser verriegelt wurden, während sie auf der Straße liefen. Das ist mir passiert - zumindest bevor ich Senator wurde."

Der damals 17-jährige Trayvon war einkaufen, als er am 26. Februar 2012 von George Zimmerman, Mitglied einer Bürgerwehr, erschossen wurde. Der 29-Jährige machte im Prozess erfolgreich Notwehr geltend. Mit den Protestaktionen wollen Schwarzenorganisationen auch erreichen, dass der Todesschütze erneut vor Gericht gestellt wird - diesmal wegen Verletzung von Trayvons Bürgerrechten.

Quelle: n-tv.de

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