Drei Jahre danachProteste gegen den Irak-Krieg
Zehntausende Menschen haben kurz vor dem dritten Jahrestag der Invasion im Irak gegen den Krieg protestiert und den Abzug der internationalen Truppen gefordert.
Zehntausende Menschen haben kurz vor dem dritten Jahrestag der Invasion im Irak gegen den Krieg protestiert und den Abzug der internationalen Truppen gefordert. In London gingen nach Angaben der Polizei etwa 15.000 Menschen auf die Straße, die Organisatoren sprachen dagegen von 80.000 bis 100.000. In Rom protestierten etwa 10.000 Menschen. Im Irak sind fast 3000 italienischen Soldaten stationiert. Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte allerdings unlängst angekündigt, die Truppen bis Jahresende abzuziehen.
In den USA demonstrierten dagegen nur einige hundert Menschen. Am Time Square in New York forderten Demonstranten den Abzug der US-Truppen aus dem Irak. In Boston gingen Studenten gegen den Krieg auf die Straße. Massenproteste blieben allerdings aus. Die Bombardierung des Irak hatte am 20. März 2003 (19. März US-Ostküstenzeit) begonnen.
Eine friedliche Lösung könne es erst geben, wenn die ausländischen Truppen abgezogen seien, sagte Lindsey German von der Gruppe Stoppt den Krieg-Koalition in London. Der Vorsitzende der oppositionellen Liberaldemokraten, Menzies Campell, rief Premierminister Tony Blair auf, sich bei den Briten für die "Tragödie Irak-Krieg" zu entschuldigen. Tausende von Menschen seien in dem Krieg zu Tode gekommen, aber ein dauerhafter Frieden sei weit entfernt, sagte Campbell.
In Berlin protestierten mehrere hundert Menschen gegen die Politik der USA. Zum Auftakt des Protestzuges am Kreuzberger Mehringdamm waren nach Polizeiangaben rund 700 Teilnehmer gekommen. Die Demonstranten wandten sich auch gegen militärische Drohungen gegenüber dem Iran.
In mehreren dänischen Städten demonstrierten am Samstag etwa 4000 Bürger gegen den Irak-Krieg. Besonders scharf kritisierten Sprecher die Rolle des dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen, der sein Land als Verbündeter der USA mit in den Krieg geführt hatte. Dänemark hat 530 Soldaten im südlichen Teil des Irak stationiert. Auch in Schweden demonstrierten etwa 1000 Menschen gegen den Irak-Krieg. Sie forderten die Einstellung schwedischer Rüstungslieferungen an die USA und den Abzug schwedischer Einheiten aus Afghanistan.
In Budapest zogen mehr als 3000 Menschen mit Fackeln und Kerzen durch die Straßen. Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtete, richtete sich der Protest angesichts der im April geplanten Parlamentswahl in Ungarn auch gegen die politischen Kräfte im eigenen Land. Keine der antretenden Parteien habe Friedenspolitik im Programm, sagte einer der Organisatoren, Tibor Varady. Daher forderten Demonstranten die Wähler auf, demonstrativ ungültige Stimmzettel abzugeben.