Montag, 07. Dezember 2009
Gewalt in Griechenland: Proteste gehen weiter
Am Rande neuer Proteste tausender Schüler und Studenten kommt es erneut zu gewalttätigen Ausschreitungen in Athen. Die Polizei geht mit Tränengas gegen Steine werfende Randalierer vor.Die Ausschreitungen in der griechischen Hauptstadt Athen ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines Jugendlichen haben sich fortgesetzt. Die Polizei setzte Tränengas gegen hunderte Steinewerfer ein. Mehr als 5000 Bürger, darunter zahlreiche Studenten, zogen nach Polizeiangaben in einem Protestmarsch zum Parlament, um ihrem Ärger Luft zu machen.
Die Aktionen begannen am Sonntag, dem Jahrestag des gewaltsamen Todes des 15-Jährigen. Er war am 6. Dezember 2008 im Stadtteil Exarchia durch eine Kugel aus der Waffe eines Polizisten getötet worden. Schon vergangenes Jahr hatte das Ereignis Straßenschlachten ausgelöst, die von der Wut über die hohe Arbeitslosigkeit und die schlechte wirtschaftliche Lage angefacht wurden. Bei den wochenlangen Krawallen entstanden Schäden in Millionenhöhe.
Auch am Montag schleuderten nach Polizeiangaben vermummte Jugendliche Steine und Stöcke auf Polizisten, zerstörten Autos und Bushaltestellen. Die Polizei setzte Tränengas gegen eine Gruppe steinewerfender Jugendlicher rund um das Universitätsgebäude mitten in Athen ein. Mindestens 15 Personen wurden festgenommen, am Wochenende waren es im gesamten Land mehr als 400.
Vermummte Jugendliche waren aus einem Demonstrationszug durch Athen ausgeschert und hatten Schaufenster zerstört, Mülleimer in Brand gesetzt und Steine auf Beamte geworfen. Die neue sozialistische Regierung hat 6000 Polizisten in die Straßen der Hauptstadt beordert.
dpa
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