Politik

Schalit-EntführungProtestzelt vor Olmerts Haus

08.03.2009, 09:11 Uhr

Die Eltern des seit 2006 im Gazastreifen verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit sind in ein Zelt vor der Residenz des Ministerpräsidenten in Jerusalem gezogen, um auf das Schicksal ihres Sohnes aufmerksam zu machen.

Die Eltern des vor fast drei Jahren entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit haben ein Protestzelt vor dem Haus des scheidenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert bezogen. Israelische Medien berichteten, Aviva und Noam Schalit wollten damit eine Einigung auf eine Freilassung ihres Sohns noch vor Olmerts Ablösung erzwingen. Schalit war im Juni 2006 von militanten Palästinensern unter dem Kommando der radikal-islamischen Hamas-Organisation in den Gazastreifen entführt worden. Verhandlungen um seine Freilassung unter ägyptischer Vermittlung sind bislang ergebnislos geblieben.

"Wir fordern von ihm (Olmert) und der israelischen Regierung, (...) Gilad zu retten, bevor es zu spät ist", sagte Noam Schalit dem israelischen Rundfunk am Sonntag. Olmert kritisierte die Aktion der Eltern als kontraproduktiv. "Die Frage ist, ob so ein Protestzelt der Sache dient", sagte Olmert. Die Entführer Schalits seien Unmenschen, die angesichts der Proteste ihre Forderungen nur erhöhen würden. Hamas verlangt die Freilassung hunderter palästinensischer Häftlinge im Rahmen eines Tauschhandels.

Israel hat seinerseits eine Freilassung Schalits als Teil einer Waffenruhe mit den radikalen Palästinenserorganisationen im Gazastreifen gefordert. Vorher will Israel auch nicht die Grenzübergänge in das Palästinensergebiet für einen eingeschränkten Warenverkehr öffnen.