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Sie kennen, mögen und verteidigen sich: Putin und Berlusconi.
Sie kennen, mögen und verteidigen sich: Putin und Berlusconi.(Foto: REUTERS)

Ziemlich beste Freunde: Putin verteidigt Bunga-Bunga-Berlusconi

Sex gegen Geld mit einer Minderjährigen? Ist doch alles kein Problem, findet Russlands Präsident Putin. Mit dieser umstrittenen Ansicht gibt er seinem Kumpel Berlusconi Rückendeckung - und äußert einen kruden Schwulen-Vergleich.

Silvio Berlusconis angebliche Sex-Beziehung zu einer minderjährigen Prostituierten - für Russlands Präsident Wladimir Putin kein Grund zur Aufregung. Er verteidigte Italiens Ex-Regierungschef gegen Kritik in der "Ruby"-Affäre. Und äußerte einen seltsamen Vergleich: "Berlusconi steht vor Gericht, weil er mit Frauen zusammenlebt. Wäre er ein Homosexueller, hätte ihn niemand auch nur mit einem Finger angerührt." Bei der Diskussionsveranstaltung im russischen Waldai, wo er dies sagte, reagierte das Publikum mit Gelächter.

Putin wird von Kritikern eine homosexuellenfeindliche Haltung vorgeworfen. Bestätigt sehen sie sich unter anderem durch ein von ihm in diesem Jahr unterzeichneten Gesetz, das die Verteilung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige verbietet.

Putin und die Pädophilen

Dem Westen warf Putin übertriebene politische Korrektheit vor. "Sie verfolgen eine Politik, die kinderreiche Familien und gleichgeschlechtliche Partnerschaften auf eine Stufe stellt." Zugleich beklagte er einen Sittenverfall. Im Westen gebe es sogar Versuche, Pädophilen-Parteien zu genehmigen, behauptete Putin bei einem internationalen Diskussionsforum. "Dieser Weg führt direkt zur Erniedrigung und in eine Moralkrise."

Der zuständige Ausschuss der Staatsduma in Moskau lehnte indes einen Gesetzentwurf ab, der Schwulen und Lesben das Erziehungsrecht absprechen sollte. "Das ist nicht umzusetzen", sagte die für ihr Vorgehen gegen Homosexuelle kritisierte Abgeordnete Jelena Misulina.

Berlusconi akzeptiert "Ruby"-Urteil nicht

Der 76-jährige Berlusconi und der 60 Jahre alte Putin sind befreundet. Der italienische Milliardär wurde im Juni zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er bezahlten Sex mit der früheren Nachtclub-Tänzerin Ruby gehabt haben soll, als diese noch unter 18 Jahre alt war. Berlusconi hat gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil Berufung eingelegt. Der Medienmogul steht zudem unter Druck, weil er zusätzlich in einem anderen Fall wegen Steuerbetrugs verurteilt wurde.

Die Skandale rund um Berlusconi belasten Italiens ohnehin brüchige Regierungskoalition unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Enrico Letta, an der Berlusconis Mitte-Rechts-Lager beteiligt ist.

Quelle: n-tv.de

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