Politik
Philipp Rösler wird als unglücklicher Parteichef in die Geschichte der FDP eingehen.
Philipp Rösler wird als unglücklicher Parteichef in die Geschichte der FDP eingehen.(Foto: dapd)

Rösler steht mit dem Rücken zur Wand: Putschgerüchte in der FDP

Die FDP kommt nicht aus dem Umfragekeller heraus. Seit Monaten liegen die Liberalen um die Fünf-Prozent-Hürde herum, seit Wochen sogar nur noch bei vier Prozent. In der Partei wird jetzt offenbar nach Auswegen aus der Misere gesucht. Dabei fällt immer wieder ein Name: Philipp Rösler. Sind die Tage des FDP-Chefs gezählt?

Westerwelle und Kubicki verbindet nicht gerade das Band der Sympathie sondern eher das eines Zweckbündnisses.
Westerwelle und Kubicki verbindet nicht gerade das Band der Sympathie sondern eher das eines Zweckbündnisses.(Foto: dapd)

Als "totalen Quatsch" hat Außenminister Guido Westerwelle Spekulationen über Pläne zur Entmachtung von FDP-Chef Philipp Rösler zurückgewiesen. Westerwelle hatte sich vor einigen Wochen auf Mallorca privat mit den schleswig-holsteinischen FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki getroffen. Die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet in ihrer jüngsten Ausgabe, bei dem Abendessen sei es auch um die Frage gegangen, wie Rösler abgelöst werden könne, falls die FDP im Januar in Niedersachsen den Einzug in den Landtag verfehle.

Seit Wochen liegt die FDP in Umfragen unter der magischen Fünf-Prozent-Hürde, würde also derzeit aus dem Bundestag fliegen. Je näher die Bundestagwahl rückt, desto drängender wird die Frage, mit wem die Partei als Zugpferd den Verbleib im Bundestag und möglicherweise auch in der Regierung sichern will. Rösler trauen viele Liberale diese Aufgabe nicht mehr zu.

Ampel eine mögliche Option

Dem "Zeit"-Artikel zufolge sollen Westerwelle und Kubicki auf Mallorca die Köpfe zusammengesteckt und darüber beraten haben, wer das "liberale Elend" beenden könnte. Die Debatte ist nicht neu. Als potenzielle Kandidaten werden immer wieder die Namen Rainer Brüderle und Christian Lindner genannt. Brüderle, Fraktionschef der FDP, hätte beste Voraussetzungen, gerade die angestammte Klientel für die eigenen Reihen zurückzugewinnen. Der NWR-Landes- und Fraktionschef Lindner gilt vielen Liberalen als eloquent und stark genug, um einen neuen Anfang an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu wagen.

Kubicki bestätigte der "Zeit" das Treffen auf Mallorca, obgleich er sich "nicht daran erinnern" könne, dort Fahrpläne zur Ablösung Röslers geschmiedet zu haben. Ein klares Dementi sieht anders aus.

Nach den Zahlen der aktuellen ist Rot-Grün ebenso wie Schwarz-Gelb weit von einer Mehrheit entfernt. Ein rot-grün-rotes Bündnis aus SPD, Grünen und Linken ist ebenfalls nicht mehrheitsfähig und wird durch die Inthronisation Steinbrücks noch unwahrscheinlicher. Eine Ampel-Koalition kann sich dieser dagegen durchaus vorstellen. Mit Kubicki liegt er auf einer Wellenlänge. Beide verbindet eine persönliche Vergangenheit als Studienkollegen im Fach Volkswirtschaft an der Universität Kiel. Rösler dagegen hat sich eindeutig gegen eine Koalition mit der SPD unter einem Kanzler Steinbrück ausgesprochen.  

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen