Politik
Queen Elizabeth II. beim Eintreffen in Hillsborough Castle in Nordirland.
Queen Elizabeth II. beim Eintreffen in Hillsborough Castle in Nordirland.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 28. Juni 2016

"Jedenfalls bin ich noch am Leben": Queen meldet sich nach Brexit-Votum

Aus der Tagespolitik hält sich die britische Königin heraus, das ist nicht Aufgabe der Monarchin. Demzufolge gibt es auch keine Stellungnahme der Queen zum Ausgang des Brexit-Referendums. Wer dennoch etwas erfahren will, muss sehr genau hinhören.

Im ihrem Königreich geht es seit dem Brexit-Votum drunter und drüber - doch Elizabeth II. bewahrt die Fassung. "Jedenfalls bin ich noch am Leben, ha!", erwiderte die britische Königin bei einem Besuch in Nordirland auf die Frage, ob es ihr gut gehe. Die Antwort der 90-Jährigen hörte sich an wie ein Stoßseufzer, allerdings war unklar, ob Elizabeth dabei lediglich ihre Gesundheit oder auch den Zustand ihres Landes nach dem Referendum im Sinn hatte.

Offiziell hat sich die Königin bislang nicht zu dem Votum für einen EU-Austritt geäußert, welches Großbritannien in politische und wirtschaftliche Turbulenzen gestürzt hatte.

Bei ihrem Besuch in Nordirland, das mehrheitlich für einen Verbleib in der EU gestimmt hatte, traf die Königin Vize-Regierungschef Martin McGuinness zu einem vertraulichen Gespräch. McGuinness ließ danach offen, ob auch das Referendum thematisiert wurde. "Wir haben über vieles gesprochen, ich werde aber nichts verraten", sagte er nur. Aus der Tagespolitik hält sich Elizabeth II. heraus, das ist in Großbritannien nicht Aufgabe des Monarchen.

Anhören, ermutigen, warnen

Auf der Insel gilt eine über Jahrhunderte durch die politische Praxis und Gewohnheitsrecht herausgebildete ungeschriebene Verfassung, die aber nicht minder strikt befolgt wird. Ihr zufolge sind dem britischen Monarchen, in dem Falle der Monarchin, drei politische Mitwirkungsrechte geblieben: "angehört zu werden, zu ermutigen und zu warnen".

Dieses Recht nimmt die Queen nur hinter verschlossenen Türen wahr. So zu Beispiel bei der wöchentlichen Privataudienz mit dem Premierminister, oder wie jetzt in Nordirland. Dabei wird nicht nur beim Tee geplaudert; Elizabeth II. nimmt die Sache sehr ernst. Die frühere Regierungschefin Margaret Thatcher lobte einst den "großen Sachverstand" der Queen, und auch ausländische Staats- und Regierungschefs zeigten sich immer wieder beeindruckt von der politischen Expertise der Monarchin.

Quelle: n-tv.de

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