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Viele Radaropfer kämpfen seit Jahren um Entschädigungen.
Viele Radaropfer kämpfen seit Jahren um Entschädigungen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Stiftung vor allem für Härtefälle: Radaropfer können hoffen

Das Verteidigungsministerium und die Bundestagsfraktionen von Union, SPD, FDP und Grünen planen eine Stiftung, um Radaropfern zu helfen. Dabei gehe es um Soldaten, die bei der Nationalen Volksarmee oder in der Bundeswehr in den 1960er und 70er Jahren an Radargeräten arbeiteten und später erkrankten.

Nach jahrelangen Diskussionen bekommen womöglich viele radargeschädigte Soldaten bald eine Entschädigung. Das Verteidigungsministerium und die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen planen eine Stiftung für Radaropfer, berichtete die ARD. Der Fonds solle mit rund sieben Millionen Euro ausgestattet werden und sei für Soldaten gedacht, die bei der DDR-Armee NVA oder der Bundeswehr in den 60er und 70er Jahren an Radargeräten gearbeitet haben. Bislang hätten rund 20 Prozent der betroffenen 3800 Soldaten und deren Angehöre eine Entschädigung nach dem Versorgungsrecht erhalten. Ombudsmann soll der frühere Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, werden.

Anspruch auf Gelder aus der Stiftung hätten vor allem Härtefälle, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), der ARD. "Dabei gibt es trotzdem Fälle, bei denen eine persönliche Härte, Betroffenheit, im Familienschicksal, im persönlichen Schicksal da ist." Diese ließen sich nicht mit den Regeln des Versorgungsrechtes auffangen. Auch Soldaten mit Posttraumatischer Belastungsstörung könnten in den Genuss der Gelder kommen.

Schmidt sagte, es seien auch Gespräche mit Geräteherstellern über eine Beteiligung an der Stiftung geplant. Ein entsprechender Antrag der Fraktionen an die Bundesregierung, der der ARD nach eigenen Angaben vorliegt, könnte in der nächsten Sitzungswoche behandelt werden. Der Haushaltsausschuss habe seine Zustimmung signalisiert. Der Vorsitzende des Bundes zur Unterstützung Radargeschädigter, Peter Rasch, sagte, die Stiftung sei "für alle Betroffenen ein Schritt in die richtige Richtung".

Hunderte ehemalige radargeschädigte Soldaten der NVA und der Bundeswehr kämpfen seit Jahren um die Anerkennung ihrer Ansprüche. Eine Expertenkommission hatte dem Verteidigungsministerium 2003 empfohlen, NVA-Angehörige generell zu entschädigen, wenn sie Umgang mit Radartechnik hatten und später an Krebs erkrankten. Soldaten der Bundeswehr sollten nur dann eine Entschädigung enthalten, wenn ihre Dienstzeit vor 1975 lag.

Quelle: n-tv.de

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