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Die Provinz Saada gilt als Hochburg der Huthi-Rebellen: Immer wieder wird der Militärallianz vorgeworfen, zivile Einrichtungen vor Ort zu bombardieren.
Die Provinz Saada gilt als Hochburg der Huthi-Rebellen: Immer wieder wird der Militärallianz vorgeworfen, zivile Einrichtungen vor Ort zu bombardieren.(Foto: REUTERS)

Vier Tote bei Angriff: Rakete zerstört MSF-Klinik im Jemen

Beim Angriff auf die Klinik von Ärzte ohne Grenzen (MFS) in Saada sterben mindestens vier Menschen, weitere werden verletzt. Offenbar schweben auch Mitarbeiter der Hilfsorganisation in Lebensgefahr. Die Militärallianz bestreitet indes den Einsatz von Streubomben.

Bei einem Angriff auf eine Klinik von Ärzte ohne Grenzen (MSF) im nördlichen Jemen sind mindestens vier Menschen getötet worden. Wie die Hilfsorganisation mitteilte, wurden beim Einschlag einer Rakete in dem Gesundheitszentrum in der Provinz Saada zehn weitere Menschen verletzt.

Die MSF-Sprecherin konnte nicht sagen, ob die Rakete von einem Jet der arabischen Militärallianz oder vom Boden abgefeuert wurde. Unter den Verletzten seien zwei MSF-Mitarbeiter, die in Lebensgefahr schwebten, erklärte die Organisation. Die Provinz Saada ist die Hochburg der gegen die Regierungstruppen und deren Verbündete kämpfenden schiitischen Huthi-Rebellen. Saada ist daher besonders hart von den Luftangriffen der von Saudi-Arabien angeführten Koalition getroffen.

Angriffe auf zivile Einrichtungen

Das Bündnis hatte Ende März 2015 Luftangriffe auf die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee begonnen, nachdem diese die Hauptstadt Sanaa und große Teile des Landes erobert und Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi zur Flucht nach Riad gezwungen hatten.

Trotz des Einsatzes von Bodentruppen gelang es der Koalition bisher nicht, die Huthi-Rebellen wieder aus Sanaa zu vertreiben. Der Militärkoalition werden immer wieder Angriffe auf zivile Einrichtungen vorgeworfen. So beschuldigte MSF im Dezember das Bündnis, eine mobile Klinik in der Provinz Taes bombardiert zu haben. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen seit März mehr als 5800 Menschen getötet, etwa die Hälfte davon Zivilisten.

Streubomben eingesetzt?

Die Militärallianz wies indes den Vorwurf zurück, auch Streubomben einzusetzen. Brigadegeneral Ahmed al-Assiri, Sprecher der Koalition, sagte, das Bündnis bestreite "den Einsatz von Streubomben in Sanaa". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am Freitag von "beunruhigenden" Informationen über einen Angriff mit Streubomben auf die Hauptstadt Sanaa am Mittwoch gesprochen. Er warnte, dies könne als Kriegsverbrechen gewertet werden, sollten sich die Berichte bestätigen.

Ban bezog sich auf einen Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), die sich auf Augenzeugen des Angriffs vom Mittwoch berief. Al-Assiri sagte dazu, die Organisation habe keine Beweise vorgelegt. Die erwähnte Munition gebe es "nicht in unseren Beständen". Streubomben setzen hunderte kleinerer Bomben frei, viele Blindgänger explodieren erst Jahre später. Die Bomben sind laut einer internationalen Konvention aus dem Jahr 2008 geächtet. Weder Saudi-Arabien noch die USA unterzeichneten jedoch die Konvention.

Jemens Außenminister Abdel Malak al-Mechlafi kündigte indes an, dass die für Donnerstag geplanten Friedensgespräche mit den Huthi-Rebellen auf den 20. oder 23. Januar verschoben würden. Der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed wolle die Huthis zur Teilnahme bewegen.

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Quelle: n-tv.de

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