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Südkoreanische Experten untersuchen Wrackteile des Flugkörpers aus dem Norden.
Südkoreanische Experten untersuchen Wrackteile des Flugkörpers aus dem Norden.(Foto: REUTERS)

Nordkoreas Trägersystem analysiert: Raketen könnten USA erreichen

Trotz internationaler Warnungen arbeitet Nordkorea offenbar weiter an seinem Raketenprogramm. Erst fordert Diktator Kim Jong Un größere Flugkörper. Nun analysiert Südkorea jüngst getestete Raketen und kommt zu dem Schluss, dass sie die US-Westküste erreichen könnten.

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Nordkorea hat nach Einschätzung Südkoreas bei seinem jüngsten Raketenstart ein Trägersystem benutzt, das theoretisch einen Gefechtskopf bis an die US-Westküste tragen könnte. Als Grundlage für diese Vermutung diente Experten die Untersuchung eines Trümmerteils von der ersten Stufe der nordkoreanischen Unha-3-Rakete.

Die Analyse sowie Simulationen hätten gezeigt, dass "die Rakete mit einem Sprengkopf von 500 bis 600 Kilogramm über 10.000 Kilometer fliegen kann", berichtete ein Experte des Verteidigungsministeriums in Seoul. Das sei weit genug, um den Westen der USA zu erreichen. Nicht geklärt worden sei, ob die Rakete in der Lage gewesen wäre, vom All aus wieder in die Erdatmosphäre einzudringen, was etwa für einen ballistischen Interkontinentalangriff nötig wäre.

Die geborgenen Teile wiesen eine Verbindung aus Aluminium und Magnesium auf, wobei acht Elemente von Hand geschweißt gewesen seien. "Die Schweißarbeiten waren simpel", sagte ein Ministeriumsbeamter. Auch Oxidationsmittelbehälter zur Aufbewahrung giftiger Chemikalien würden nur selten von Ländern mit fortgeschrittener Raumfahrttechnologie verwendet.

Weitere Teile geborgen

Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, konnte die Marine noch weitere Teile der Rakete aus dem Gelben Meer bergen, darunter einen Treibstofftank, eine Brennkammer sowie eine Maschinen-Verbindungsstange. Die Teile würden derzeit untersucht.

Nordkorea hatte am 12. Dezember trotz internationaler Warnungen mit einer mehrstufigen Unha-3-Rakete einen kleinen Satelliten ins All geschossen. Südkoreas Militär hatte später einen Treibstoffbehälter vor der südkoreanischen Westküste aus dem Meer geborgen. Nordkorea sprach von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken. Machthaber Kim Jong Un ordnete zudem die Entwicklung größerer Raketen an.

Die USA, Südkorea und andere Staaten werfen Nordkorea vor, mit dem jüngsten wie auch früheren Raketenstarts verdeckte Waffentests unternommen zu haben. Danach will Pjöngjang die Technologie für Interkontinentalraketen vorantreiben, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden könnten. Pjöngjang unterliegt wegen zwei Atomtests in den Jahren 2006 und 2009, denen jeweils Tests mit Langstreckenraketen vorangingen, internationalen Sanktionen.

Quelle: n-tv.de

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