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Die Trümmer zeugen von der Wucht der Einschläge: Bei Twitter veröffentlicht Ärzte ohne Grenzen erste Aufnahmen aus Syrien.
Die Trümmer zeugen von der Wucht der Einschläge: Bei Twitter veröffentlicht Ärzte ohne Grenzen erste Aufnahmen aus Syrien.(Foto: Twitter.com / @MSF)

Mediziner: "Gezielter Angriff": Raketen treffen syrisches Krankenhaus

Im Nordwesten des Landes wird eine Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen zum Ziel schwerer Attacken aus der Luft. Das Krankenhaus wird zerstört, die Hilfsorganisation vermisst mehrere Mitarbeiter.

Bei einem Luftangriff auf ein Krankenhaus in Syrien sind ersten Angaben zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. Der Vorfall habe sich nahe Maaret al-Numan im Nordwesten des Bürgerkriegslandes zugetragen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

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Bei dem Angriff sei am Morgen ein von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstütztes Hospital zerstört worden, hieß es. Dutzende Menschen wurden demnach verletzt.

MSF bestätigte den Angriff. In einer ersten Mitteilung war von vier Raketen die Rede. Eine bei Twitter veröffentliche Aufnahme belegt die Schwere der Attacke: Gemessen an den sichtbaren Zerstörungen vor Ort wurde das Krankenhaus von gewichtigen Sprengkörpern getroffen. Die fragliche Hilfseinrichtung liegt rund 280 Kilometer nördlich von Damaskus an der Strecke von Homas nach Aleppo. Bis zu der umkämpften Metropole sind es knapp 80 Kilometer.

Das Krankenhaus sei am Morgen zweimal im Abstand von wenigen Minuten bombardiert worden, berichtete die Hilfsorganisation. Mindestens acht Mitarbeiter gelten noch als vermisst.

"Gezielter Angriff"

MSF-Syrien-Chef Massimiliano Rebaudengo verurteilte die Attacke als "gezielten Angriff" auf eine medizinische Einrichtung. Durch die Zerstörung des Krankenhauses seien etwa 40.000 Bewohner der Region von medizinischer Versorgung abgeschnitten, sagte er Nachrichtenagentur AFP. Wer für den Beschuss auf das Krankenhaus verantwortlich ist, ist noch unklar. In Syrien fliegen neben der syrischen Luftwaffe des Präsidenten Baschar al-Assad auch russische sowie - in einer anderen Region - US-amerikanische Einheiten Luftangriffe.

Die Hilfsorganisation bemüht sich in der Regel intensiv darum, alle Konfliktparteien vor Ort mit Informationen über die genaue Lage ihrer Hilfseinrichtungen zu versorgen. Insgesamt unterstützt MSF in Syrien mehr als 150 Krankenhäuser. Seit Jahresbeginn wurden fünf davon bei Angriffen beschädigt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind angesichts der Lage in dem Bürgerkriegsland von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

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Quelle: n-tv.de

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