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Die Kämpfe in und um Aleppo halten nach wie vor an.
Die Kämpfe in und um Aleppo halten nach wie vor an.(Foto: REUTERS)

Dutzende Menschen in Aleppo getötet: Rebellen berichten von Massaker

Von einem grausamen Massaker berichten syrische Aktivisten. Demnach wurden Dutzende Menschen gefunden, die durch Kopfschüsse hingerichtet wurden. Es handele sich um mehr als 86 Leichen, hieß es. Die EU-Kommission stockt derweil die Hilfsgelder für die syrische Bevölkerung auf.

In der nordwestsyrischen Metropole Aleppo sind laut Aktivisten dutzende Menschen durch Kopfschüsse hingerichtet worden. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden in einem Fluss im Viertel Bustan al-Kasr dutzende Leichen vorwiegend junger Menschen gefunden, deren Hände auf dem Rücken gefesselt gewesen seien.

Das Viertel Bustan al-Kasr wird von den Aufständischen kontrolliert. Ein Rebellenkommandeur vor Ort sagte, bisher seien 68 Leichen entdeckt worden. Viele weitere würden noch aus dem Wasser gezogen. Wer für die Tat verantwortlich ist, war zunächst unklar. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in London stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien.

EU stockt Hilfsgelder auf

Unterdessen versprach die EU-Kommission die Zahlung von 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Syrien. Das Geld solle "einigen" von 4,7 Millionen Notleidenden helfen, erklärte die Behörde in Brüssel, einen Tag vor einer internationalen Geberkonferenz in Kuwait. Damit steigt der Beitrag aus dem EU-Haushalt für Opfer der syrischen Krise auf 200 Millionen Euro.

"Die Menschen in Syrien frieren, sie sind hungrig und verängstigt", erklärte die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva. Nach ihren Worten haben es die Menschen in der Region mit "einem der strengsten Winter seit Jahrzehnten" zu tun. Das zugesagte Geld soll unter anderem für Notunterkünfte dienen, aber auch der Behandlung von Traumata, besonders bei Kindern. Es komme Menschen in Syrien selbst und Flüchtlingen in Nachbarländern zugute.

Die Vereinten Nationen hatten am Montag wegen fehlendem Geld gewarnt, die Lebensmittelhilfe für hunderttausende Syrer kürzen zu müssen. Dies sei schon in den letzten Wochen geschehen, gab das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in New York an. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Welt dazu aufgerufen, bei der Konferenz in Kuwait umgerechnet mehr als 1,1 Milliarden Euro bereitzustellen. Sie hoffe, dass dies die europäischen Regierungen ebenfalls zu weiteren Hilfen ermuntere, erklärte Georgieva.

Georgieva forderte zudem "alle Parteien in dem Konflikt" auf, den humanitären Helfer Zugang zu den Notleidenden zu gewähren. Sonst seien alle Hilfsgelder nutzlos. "Bitte lassen Sie uns unseren Job machen", sagte Georgieva.

Quelle: n-tv.de

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