Sonntag, 06. Februar 2011
Jahr des "Bluts und der Tränen": Rebellenführer droht Moskau
Der tschetschenische Rebellen-Anführer Doku Umarow hat Russland mit weiteren Anschlägen gedroht. Knapp zwei Wochen nach dem Selbstmordanschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo erklärte Umarow auf einer islamistischen Website, Russland erwarte ein Jahr "des Bluts und der Tränen".
Auf der Internetseite waren in einem Video Umarow und ein junger Mann an seiner Seite zu sehen. Sie standen vor einer schwarzen Flagge mit einem weißen Schwert und arabischer Schrift. Umarow sprach von "einem Bruder", der nach Moskau geschickt werde, um dort eine spezielle Operation auszuführen. Den Anschlag auf dem Moskauer Flughafen erwähnte er nicht.
Der 46-jährige Umarow bezeichnet sich selbst als "Emir des Kaukasus". Er ist einer der meistgesuchten Männer Russlands und will in der russischen Kaukasus-Region einen unabhängigen Gottestaat gründen, zu dem Tschetschenien, Dagestan und andere muslimisch geprägte Republiken gehören sollen.
Alarm in Moskau
Nach einer anonymen Bombendrohung suchte indes die russische Polizei alle Bahnhöfe in Moskau nach möglichen Sprengsätzen ab. Wie die Polizei mitteilte, hatte bei ihr ein Mann angerufen und erklärt, dass auf drei der neun Moskauer Bahnhöfe Bomben deponiert worden seien, die bald explodieren würden. Er habe keine Angaben gemacht, um welche Bahnhöfe es sich handele. In der Folge sei entschieden worden, die Bahnhöfe Jaroslawski, Leningradski und Kasanski zu evakuieren, sagte Polizeisprecherin Tatjana Agapowa.
In den vergangenen zwei Wochen waren beinahe täglich Bombendrohungen eingegangen. Es war aber das erste Mal, dass die Polizei alle neun Bahnhöfe gleichzeitig kontrollierte.
Bei einem Selbstmordanschlag auf den Moskauer Flughafen Domodedowo waren am 24. Januar 36 Menschen getötet und mehr als 150 weitere verletzt worden. Russlands Staatschef Dmitri Medwedew hatte das Flughafenmanagement wegen ungenügender Sicherheitsvorkehrungen scharf kritisiert.
ghö/rts/AFP
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