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Mit oder gegen die Datenkrake?: Regierung streitet um Facebook

Facebook sucht Freunde in der Politik - und wird bei Kristina Schröder fündig. Die Ministerin arbeitet mit dem Netzwerk zusammen. Ihre Kollegin Ilse Aigner ist empört: Sie glaubt, dass Schröder auf eine PR-Kampagne hereinfällt.

Kristina Schröder (rechts) arbeitet mit Facebook zusammen. Ilse Aigner ist skeptisch.
Kristina Schröder (rechts) arbeitet mit Facebook zusammen. Ilse Aigner ist skeptisch.(Foto: picture alliance / dpa)

Facebook sorgt für Streit in der Bundesregierung. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ärgert sich darüber, dass Familienministerin Kristina Schröder (CDU) mit dem Unternehmen zusammenarbeitet. Bei dem Projekt geht es um Stärkung der Kompetenz von Jugendlichen und Erwachsenen in sozialen Medien und Netzwerken.

"Es geht längst nicht mehr darum, ob wir Soziale Netzwerke gut oder schlecht finden. Soziale Netzwerke sind Realität", sagte Schröder. Gerade Jugendliche müssten fit gemacht werden, selbstbestimmt und verantwortungsbewusst damit umzugehen. "Hier sind neben Eltern und Pädagogen auch die Plattformbetreiber in der Pflicht."

Der Sprecher ihrer Kabinettskollegin Ilse Aigner (CSU) betonte dagegen, das Bundesverbraucherministerium habe sich bewusst dagegen entschieden, sich "an dieser PR-Kampagne" zu beteiligen. "Wenn Facebook wirklich etwas für Kinder und Jugendliche tun möchte, kann das Unternehmen endlich die Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen verbessern", sagte Aigners Sprecher. "Dies wurde oft angekündigt, aber bis heute nicht umgesetzt."

Aigner will aktive Maßnahmen statt gesponsorte Kampagnen

Das Projekt mit dem Namen "Social Media Advisory Roundtable" wird von der Stiftung Digitale Chancen in Kooperation mit Facebook und der Berlin Media Professional School an der Freien Universität Berlin umgesetzt. Die Initiative werde Lehrern, Eltern, Jugendliche, Politiker und Unternehmen zusammenbringen, "um gemeinsam in einem konstruktiven Dialog ein besseres Verständnis für Social Media zu entwickeln und 'Best Practice'-Beispiele auszutauschen".

Der Sprecher von Aigner erklärte, es sei gut, wenn sich ein Konzern wie Facebook um Medienkompetenz der Internetnutzer kümmert. "Dies sollte allerdings nicht nur durch gesponserte Aufklärungsmaßnahmen geschehen, sondern vordringlich durch aktive Maßnahmen wie einen umfassenden Datenschutz im Netzwerk selbst." Die Defizite werde die Ministerin auch deutlich machen, wenn sie in dieser Woche erneut führende Facebook-Manager aus Deutschland und USA treffen werde.

Quelle: n-tv.de

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