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Karrierefrau und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist für den politischen Betrieb nicht repräsentativ.
Karrierefrau und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist für den politischen Betrieb nicht repräsentativ.(Foto: AP)

"Armutszeugnis" bei Behörden: Regierung würde an Frauenquote scheitern

Frauen sind in Führungspositionen der Bundesregierung deutlich unterrepräsentiert: Nur 150 der 715 Abteilungsleiter in Bundesministerien und nachgeordneten Behörden waren im Jahr 2013 weiblich. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervor, über die die "Bild"-Zeitung berichtet. Das entspricht einem Anteil von 21 Prozent.

Noch niedriger ist die Frauenquote in den deutschen Botschaften. Wie es unter Berufung auf Daten aus dem Auswärtigen Amt heißt, gibt es in den 153 Botschaften der Bundesrepublik nur 17 Botschafterinnen.

Die Linke-Politikerin Gesine Lötzsch bezeichnete die Zahlen als "Armutszeugnis" für eine sozialdemokratische Bundesregierung. Das FDP-Präsidiumsmitglied Katja Suding sagte der "Bild": "Die Koalition sollte in ihren Häusern mit gutem Beispiel vorangehen, bevor sie die Unternehmen mit starren Quoten gängelt."

Unternehmerverbände empört

Die Bundesregierung will ab 2016 eine Quote von 30 Prozent Frauen in Aufsichtsräten von börsennotierten Dax-Unternehmen einführen. Familienministerin Manuela Schwesig will noch in diesem Monat gemeinsam mit Justizminister Heiko Maas einen Gesetzentwurf vorlegen. Bei Unternehmerverbänden stößt dies auf heftige Kritik. "Das Ziel, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, ist absolut richtig", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer erst am Wochenende dem "Focus". "Aber wenn man das erzwingt, kann man Schiffbruch erleiden."

Laut dem am Freitag veröffentlichten "Women-on-Board-Index" der Initiative "Frauen in die Aufsichtsräte" sind derzeit nur sechs Prozent der Vorstände in den 160 Dax-Unternehmen weiblich. In den Aufsichtsräten sind es inzwischen 17,2 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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