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In der Stadt Sabadani beginnen aufständische Kämpfer ihre Reise, die sie über den Libanon und die Türkei in syrische Rebellengebiete führen soll.
In der Stadt Sabadani beginnen aufständische Kämpfer ihre Reise, die sie über den Libanon und die Türkei in syrische Rebellengebiete führen soll.(Foto: AP)

Drehscheibe Libanon: Regime und Rebellen tauschen Kämpfer aus

Mit Unterstützung des Roten Kreuzes und der UN setzen Rebellen und Regierung in Syrien einen umfangreichen Austausch von Kämpfern und Zivilisten um. Ein Zeichen für eine Entspannung im Konflikt ist das allerdings kaum. Die Gewalt geht weiter.

Das syrische Regime und Rebellen haben Hunderte Kämpfer und Zivilisten aus belagerten Städten ausgeflogen. In der unter UN-Vermittlung zustandegekommenen Aktion landeten am Abend nach Angaben aus Reihen der Vereinten Nationen rund 330 regimetreue syrische Kämpfer und über 100 ihrer Angehörigen auf dem Flughafen der libanesischen Hauptstadt Beirut. Sie wurden von Mitgliedern der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon empfangen. Über den Libanon sollen die Kämpfer in die von der Regierung gehaltene Hauptstadt Damaskus weiterreisen.

Auf dem türkischen Flughafen Hatay landete unterdessen eine Maschine mit 126 sunnitischen Aufständischen, die ebenfalls über den Libanon aus Syrien evakuiert wurden. Die Regierung hatte ihnen freien Abzug aus der belagerten Stadt Zabadani zugesichert, in der nun im Gegenzug regimetreue Sicherheitskräfte die Kontrolle übernehmen sollen. Im Gegenzug durften die schiitischen Kämpfer aus von den Rebellen belagerten Orten in der Provinz Idlib abziehen.

Das syrische Regime hatte bereits einige lokal begrenzte Feuerpausen mit Rebellengruppen ausgehandelt. Der nun durchgeführte Austausch ist jedoch der Umfangreichste seiner Art bisher.

19 Tote bei Selbstmordattentat

Unterstützt wurden die Transporte von den Vereinten Nationen, dem Syrisch-Arabischen Roten Halbmond und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz. Marianne Gasser, Leiterin der IKRK-Delegation in Syrien, würdigte die Umsetzung der Vereinbarungen, appellierte zugleich aber auch an die Konfliktparteien, Hilfen für alle von den jahrelangen Kämpfen betroffenen Menschen zu ermöglichen. Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, betonte, Ziel sei ein schnellstmöglicher landesweiter Waffenstillstand.

Unterdessen töteten der Sprengsatz eines Selbstmordattentäters und eine Autobombe in der zentralsyrischen Stadt Homs nach Angaben des Staatsfernsehens mindestens 19 Menschen. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte geht von 32 Toten und über 90 Verletzten aus. Die Explosionen ereigneten sich in einem vor allem von der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnten Viertel. Zu dieser gehört auch Präsident Baschar al-Assad. Zu ähnlichen Anschlägen hatten sich in der Vergangenheit die Terrormiliz IS oder die Al-Nusra-Front, der syrische Ableger Al-Kaidas, bekannt.

Quelle: n-tv.de

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