Politik

"Die Stimme des Ostens": Regine Hildebrandt ist tot

Die SPD-Politikerin Regine Hildebrandt ist tot. Die frühere Brandenburger Sozialministerin erlag in der Nacht zum Dienstag im Alter von 60 Jahren einem schweren Krebsleiden. Nach Angaben ihres persönlichen Referenten Peter Winkelmann starb Regine Hildebrandt im Kreise ihrer Familie in ihrem Haus in Woltersdorf östlich von Berlin.

Erst vor einer Woche war Hildebrandt auf dem SPD-Parteitag in Nürnberg mit überwältigender Mehrheit wieder in den Parteivorstand gewählt worden. Dort machte sie sich vor allem für die Belange des Ostens stark und wirkte mehrere Jahre in der Arbeitsgruppe "Zukunft der Arbeit" mit. Eines ihrer Ziele war die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West.

Die überzeugte Christin befürwortete aktive Sterbehilfe. In einem vorab verbreiteten Interview der Illustrierten "Bunte" verwies sie fünf Tage vor ihrem Tod auf die Schweiz, wo man Medikamente bekommen könnte, um den eigenen Tod herbeizuführen. Auf die Frage, ob sie sich ein solches Medikament besorgen würde, sagte sie: "Sagen wir es so: Ich bin dabei."

Die promovierte Biologin wurde im November 1990 Sozialministerin im Brandenburger Kabinett von Ministerpräsident Stolpe. Als dieser sich nach der Landtagswahl im Spätsommer 1999 für eine Koalition mit der CDU entschied, legte sie aus Protest ihr Mandat nieder und schied aus dem Kabinett aus. Von April bis August 1990 gehörte Hildebrandt als Ministerin für Arbeit und Soziales der einzigen frei gewählten DDR-Regierung von Lothar de Maizire (CDU) an.

Zu Ehren von Regine Hildebrandt plant die Brandenburger Landesregierung für den kommenden Dienstag einen Staatsakt in der Potsdamer Nikolaikirche.

Quelle: n-tv.de

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