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Henriette Reker könnte durch die Erklärung unter Druck geraten.
Henriette Reker könnte durch die Erklärung unter Druck geraten.(Foto: dpa)

Kölner Silvesternacht: Reker soll früher Bescheid gewusst haben

Hat die Kölner Oberbürgermeisterin Reker tatsächlich erst aus der Presse erfahren, dass vornehmlich Asylbewerber an den Übergriffen in der Silvesternacht beteiligt waren? Das Innenministerium in NRW sagt Nein. Die Dinge lägen anders.

Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat die Kölner Polizei gegen den Vorwurf in Schutz genommen, Oberbürgermeisterin Henriette Reker nicht richtig über die Übergriffe der Silvesternacht informiert zu haben. Der Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium, Wolfgang Düren, versicherte schriftlich, "dass es keinerlei Unrichtigkeiten in den Erklärungen der Polizei gegeben" habe.

Die parteilose Politikerin Reker hatte dem Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers eine Woche nach Silvester das Vertrauen aufgekündigt, weil sie "Informationen insbesondere zur Herkunft von ermittelten Beteiligten aus der Gruppe der Täter" erst aus der Presse erfahren habe.

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Ein Sprecher des Innenministeriums sagte jetzt, Albers habe Reker "immer über den Stand, den die Polizei hatte, informiert". Albers war am 8. Januar nach heftiger Kritik am Agieren der Polizei vor Ort und der anschließenden Kommunikation der Vorfälle in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden.

Auch Düren verwies auf eine Besprechung vom 5. Januar, an der neben Albers auch Reker teilgenommen habe. Dort sei mitgeteilt worden, dass sich fast alle der 70 auf dem Bahnhof überprüften Personen "durch Bescheinigungen ausgewiesen" hätten, "die Asylsuchenden ausgestellt werden". Dies sei auch so auf der Pressekonferenz am selben Tag mitgeteilt worden, an der Reker ebenfalls teilgenommen hatte. Bereits bei einer Pressekonferenz am 4. Januar hatte die Polizei darauf hingewiesen, "dass es sich bei der alkoholisierten Menschenmenge vornehmlich um Personen aus dem nordafrikanisch-arabischen Raum handelte".

Reker hatte am vergangenen Freitag noch einmal wiederholt, dass sie sich unzureichend informiert fühle. "Die frühen polizeiinternen Informationen und Protokolle, die in den letzten Tagen in den Medien veröffentlicht wurden, haben mir zum Zeitpunkt der Pressekonferenz am 5. Januar nicht vorgelegen und liegen mir auch bis heute nicht vor."

Die ersten drei Personen, die als Tatverdächtigen ermittelt werden konnten, waren dann auch erst am 6. Januar präsentiert worden. Reker hatte immer behauptet, sie habe erst am 7. Januar aus der Presse erfahren, dass sich unter den Tatverdächtigen der Silvesternacht auch Flüchtlinge befunden haben könnten.

Quelle: n-tv.de

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