Politik
Den anderen Golfstaaten ist unter anderem der katarische Fernsehsender Al Jazeera ein Dorn im Auge.
Den anderen Golfstaaten ist unter anderem der katarische Fernsehsender Al Jazeera ein Dorn im Auge.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 25. Juli 2017

Neue Vorwürfe in der Golf-Krise: Riad präsentiert katarische Terrorliste

Saudi-Arabien und andere Golfstaaten werfen Katar vor, den Terrorismus zu unterstützen. Um ihre Anschuldigungen zu untermauern, veröffentlichen sie eine Liste mit den Namen von Organisationen und Einzelpersonen mit angeblichen Terrorkontakten.

Saudi-Arabien und verbündete arabische Staaten haben eine schwarze Liste mit 18 Organisationen und Einzelpersonen veröffentlicht, denen sie Verbindungen zu Terrororganisationen und zu den Behörden in Katar nachsagen. In einer Erklärung forderten die vier arabischen Staaten Katar auf, gegen die neun "terroristischen" Hilfs- und Medienorganisationen und gegen neun "terroristischen" Einzelpersonen vorzugehen.

Auf der Liste stehen drei Organisationen mit Sitz im Jemen, sechs weitere sind in Libyen ansässig. Sie werden von den arabischen Staaten beschuldigt, Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk zu unterhalten. Von drei Katarern, drei Jemeniten, zwei Libyern und einem Kuwaiter heißt es, sie seien an Spendenkampagnen zugunsten der Al-Nusra-Front und anderer "Terrormilizen" in Syrien beteiligt.

Türkei und USA vermitteln

Die vier Verfasser der Erklärung - Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate - hatten Anfang Juni die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Handelsblockade gegen das Emirat verhängt. Zur Begründung hieß es, das Emirat unterstütze extremistische Gruppierungen wie die ägyptische Muslimbruderschaft, die palästinensische Hamas, den Islamischen Staat (IS) und Al-Kaida.

Die vier Staaten verlangten von Katar außerdem, seinen international präsenten Fernsehsender Al Jazeera und einen türkischen Militärstützpunkt auf seinem Staatsgebiet zu schließen. Katar lehnt die Forderungen als Verletzung seiner Souveränität ab. Es erhält dabei Unterstützung von der Regierung in Ankara, die aber zugleich ihre Beziehungen zu den Ölscheichs in Saudi-Arabien nicht beschädigen will.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan bemüht sich während seiner derzeitigen Reise nach Riad, Kuwait und Doha um eine Beilegung der Krise. Auch die USA versuchen, den Konflikt am Golf zu entschärfen. Mit Katar unterzeichneten sie Mitte des Monats ein Abkommen zur Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf.

Quelle: n-tv.de

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