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"Größte Krise"Riesen-Rentendefizit befürchtet

03.04.2005, 09:02 Uhr

Die Union befürchtet für dieses Jahr ein Renten- Defizit von bis zu drei Milliarden Euro.

Die Union befürchtet für dieses Jahr ein Renten- Defizit von bis zu drei Milliarden Euro. "Die Rentenversicherung steuert auf die größte Krise ihrer Geschichte zu, in diesem Jahr werden mindestens zwei bis drei Milliarden Euro in den Kassen fehlen", sagte der sozialpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Andreas Storm (CDU), der ARD und dem "Tagesspiegel am Sonntag". Eine neuerliche Nullrunde sei "wegen der schlechten Arbeitsmarktlage programmiert".

Eine Rentenkürzung in 2006, wie sie die Rentenversicherungsträger ins Gespräch gebracht haben, halte er jedoch noch nicht für ausgemacht. Zunächst müsse man die Entwicklung der Löhne und Gehälter in diesem Jahr abwarten, sagte Storm.

Zustimmend zu einer Rentenkürzung 2006 äußerte sich dagegen der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz. "Bei der schlechten Finanzlage der Rentenkassen ist eine Kürzung auf jeden Fall besser als eine Erhöhung der Beiträge. Denn ein solcher Schritt würde weitere Arbeitsplätze kosten", sagte er dem Blatt.

Zuvor hatten die Rentenversicherungsträger angesichts der Wirtschaftsentwicklung es für möglich gehalten, dass die Renten im Jahr 2006 erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik gekürzt werden. "Sollten sich Befürchtungen realisieren, dass die Lohnentwicklung negativ verläuft, hätte dies Auswirkungen auf die Anpassung 2006", sagte der Direktor des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR), Franz Ruland, dem "Spiegel". Nur wenn Löhne und Gehälter sinken, ist eine Rentenkürzung gesetzlich erlaubt.