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Bisher ist ein Parteichef ohne Fortune.
Bisher ist ein Parteichef ohne Fortune.(Foto: dpa)

Niedersachsen nicht entscheidend?: Rösler: Ich stehe nicht zur Wahl

Die Niedersachsen-Wahl entscheidet auch über das politische Schicksal von FDP-Chef Rösler, da sind sich die politischen Beobachter einig. Doch Rösler betont, es gehe gar nicht um ihn, sondern um das Land. Und spielt auf Zeit.

Der angeschlagene FDP-Vorsitzende Philipp Rösler sieht die Landtagswahl in Niedersachsen am Sonntag nicht als Abstimmung über sein politisches Schicksal. "Bei der Niedersachsen-Wahl geht es um Niedersachsen. Ich stehe dort nicht zur Wahl", sagte Rösler der "Welt". "Es geht nicht um mich." Im Wahlkampf spüre er großen Zuspruch, betonte der aus Niedersachsen stammende FDP-Chef. Bei manchen Veranstaltungen werde er "mit Standing Ovations begrüßt". Zu seinen schlechten Umfragewerten sagte Rösler, das Ansehen eines Politikers könne sich schnell ändern.

Nordrhein-Westfalens FDP-Chef Christian Lindner legte derweile die Latte hoch. Er rechnet am kommenden Wahlsonntag mit 6,5 Prozent für seine Partei. Auch bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2012 hätten viele "auf den letzten Metern" erkannt, dass nicht eine Bundespartei zur Abstimmung steht, sondern die Zukunft des eigenen Landes, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zur Frage, wie viel Prozent nötig seien, damit Rösler politisch überlebt, wollte sich Lindner nicht äußern. In letzten Umfragen lag die FDP in Niedersachsen bei 5 Prozent und würde damit wieder in den Landtag einziehen.

Spielen auf Zeit

Ein von etlichen FDP-Politikern gefordertes Vorziehen des im Mai geplanten Bundesparteitags schloss Rösler nicht aus. "Diese Frage beantworten wir, wenn es an der Zeit ist, und das ist nach der Niedersachsen-Wahl." Der Wirtschaftsminister und Vizekanzler forderte ein Ende der Personaldebatte in der FDP. "Es nutzt der Partei am meisten, wenn sich alle auf Niedersachsen konzentrieren", sagte er. "Alles, was der Partei nützt, sollte man tun. Und alles, was ihr schadet, sollte man lassen."

Ausdrücklich lobte Rösler die Zusammenarbeit mit FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle. "Wir führen viele vertrauliche Gespräche. Das zeigt, dass wir eine hervorragende Basis haben. Rainer Brüderle ist ein großartiger Liberaler."

In den vergangenen Wochen war wiederholt über eine Ablösung Röslers nach der Niedersachsen-Wahl spekuliert worden, falls die FDP dort schlecht abschneiden oder gar den Wiedereinzug in den Landtag verpassen sollte. Als mögliche Nachfolger gelten Brüderle und Lindner. Bundesweit liegt die Partei in Umfragen derzeit deutlich unter fünf Prozent.

Quelle: n-tv.de

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