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Wie auf diesem Bild sind Rubio (l.) und Kasich (r.) Außenseiter im Vorwahlkampf.
Wie auf diesem Bild sind Rubio (l.) und Kasich (r.) Außenseiter im Vorwahlkampf.(Foto: dpa)

Verzweiflungstat oder clevere Strategie?: Rubios Wähler sollen für Kasich stimmen

Die nächsten Wahlen im US-Vorwahlkampf sind die letzte Chance für John Kasich und Marco Rubio. Letzterer bietet seinem Konkurrenten aus Ohio nun eine Art Waffenbrüderschaft an.

Vor den richtungsweisenden Vorwahlen zur Kandidatur als US-Präsident am Dienstag beginnen die republikanischen Konkurrenten von Donald Trump sich gegen den Favoriten zu verbünden. Ein Sprecher des Bewerbers Marc Rubio rief dessen Anhänger im Bundesstaat Ohio auf, ihre Stimme seinem bisherigen Konkurrenten John Kasich zu geben.  "Wenn Sie nicht wollen, dass Trump Kandidat wird, ist Kasich ihre beste Wahl", sagte Alex Conant dem Sender CNN. Umfragen zufolge kann Rubio ohnehin nicht auf einen Sieg in Ohio hoffen.

Kasich ist dagegen der dortige Gouverneur und könnte Trump daran hindern, die Delegiertenstimmen des bevölkerungsreichen Staats zu holen. Umgekehrt setzt Conant laut "New York Times" darauf, dass Kasich- und auch Ted-Cruz-Sympathisanten in Florida ihr Kreuz bei Rubio machen. "Ich sage nur, was sowieso auf der Hand liegt", sagte Conant. "Mann muss für Marco Rubio stimmen, weil er der einzige ist, der mathematisch eine Chance hat."

Rubio trat am Freitag auch selbst vor die Presse, äußerte sich aber zurückhaltender. "John Kasich hat in Ohio eine höhere Chance zu gewinnen als ich", stellte er fest. "Wenn ein Wähler nun denkt, John Kasich zu wählen ist die beste Möglichkeit, Donald Trump zu stoppen, gehe ich davon aus, dass er das tun wird." Er betonte, dass er vor allem in Florida gewinnen wollte und ihn wenig kümmere, dass er in Umfragen zurückliegt. "Ich habe in meinem Leben schon oft in Umfragen hintengelegen und es hat uns nie beeinflusst. Wir arbeiten hart weiter und sind sehr optimistisch."

Gewinnt Trump, war es das

Ohio kommt wie auch Florida besondere Bedeutung zu, weil der Sieger gleich alle 99 Delegiertenstimmen erhält. Nach den bisherigen Vorwahlen führt Trump im Rennen um die republikanische Kandidatur deutlich. Sollte er bis zum Parteitag im Sommer allerdings nicht die notwendige Mehrheit der Delegiertenstimmen erhalten, würde dort die Entscheidung fallen. Dies würde Rubio und Kasich eine bessere Chance bieten, selbst noch Kandidat zu werden.  

Trump führt derzeit mit rund 100 Delegierten Vorsprung vor Ted Cruz. Sollte er sowohl in Ohio als auch in Florida als Sieger aus den Vorwahlen am kommenden Dienstag hervorgehen, ist seine Kandidatur praktisch nicht mehr zu verhindern.

Mindestens eine US-Vorwahl wird derweil ohne Ergebnis bleiben. Auf den Jungferninseln, einem der US-Außengebiete, erreichte keiner der an die vier verbliebenen republikanischen Bewerber gebundenen Delegierten die nötige Mehrheit. Donald Trump, Ted Cruz, Marco Rubio und John Kasich gingen nach einem Bericht der "Washington Post" mit jeweils 0,0 Prozent aus der Abstimmung. Die Wahlbeteiligung verdreifachte sich auf immerhin 744 Stimmen. Nun werden sechs unabhängige Delegierte im Juli zum Parteitag nach Cleveland fahren. 

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Quelle: n-tv.de

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