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Die Favoritenrolle ist klar zugeteilt - doch ob es auch für eine absolute Mehrheit reicht, wird sich zeigen.
Die Favoritenrolle ist klar zugeteilt - doch ob es auch für eine absolute Mehrheit reicht, wird sich zeigen.(Foto: dpa)

Wahlen im zweitärmsten EU-Land: Rumänien stimmt über die Zukunft ab

Korruption, Rezession und ein unzureichendes Justizwesen sind nur drei Beispiele für gravierende Probleme in Rumänien, dem zweitärmsten Land in der Europäischen Union. Die Bürger entscheiden darüber, wer sie anpacken darf. Einen Favoriten gibt es.

In Rumänien haben die Präsidentschaftswahlen begonnen. Umfragen im Vorfeld des Votums sahen den sozialdemokratischen Regierungschef Victor Ponta bei 41 Prozent und damit deutlich vor seinen 13 Mitbewerbern. Auf dem zweiten Platz dürfte demnach der Deutschrumäne Klaus Iohannis landen, langjähriger Bürgermeister von Hermannstadt (Sibiu) in Siebenbürgen, dem etwa 30 Prozent zugetraut wurden. Der scheidende Präsident Traian Basescu darf gemäß Verfassung nicht für eine dritte fünfjährige Amtszeit antreten.

Die Wahllokale sind bis 20.00 Uhr (MEZ) geöffnet, direkt im Anschluss sollen die Ergebnisse aus Nachwahlbefragungen veröffentlicht werden. Mit ersten Teilresultaten wird in der Nacht gerechnet. Sollte in der ersten Runde keiner der Bewerber eine absolute Mehrheit erhalten, findet am 16. November eine Stichwahl statt.

Viele Probleme warten

Die Präsidentschaftswahl gilt als wichtiger Test für den Nato-Bündnisstaat Rumänien zu einem Zeitpunkt, da es in einigen Nachbarländern wie Ungarn Rückschläge für die Demokratie gibt und die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland wegen der Ukraine-Krise an einem Tiefpunkt angelangt sind. Der neue Präsident des zweitärmsten Landes der EU nach Bulgarien wird den Ministerpräsidenten bestimmen können und zudem mit einer Reihe drängender Probleme konfrontiert sein: Dazu gehören eine Wirtschaft in der Rezession, grassierende Korruption und erhebliche Mängel im Justizwesen.

Ponta, ein ehemaliger Staatsanwalt, tritt für die Sozialdemokratische Partei (PSD) an. Seine zweijährige Amtszeit als Ministerpräsident war gekennzeichnet von heftigen Kontroversen mit dem konservativen Staatschef Basescu und - von EU und USA kritisierten - Versuchen, die Befugnisse der Justiz einzuschränken. Ponta tat sich dabei immer wieder durch Kritik an der Antikorruptionsbehörde des Landes hervor, der er "Parteilichkeit" vorwirft.

Pontas Herausforderer, der 55-jährige Iohannis, ist der Kandidat der Christlich-liberalen Allianz (ACL). Der ehemalige Physikprofessor aus Siebenbürgen zog im Jahr 2000 als Bürgermeister ins Rathaus von Hermannstadt ein und wurde seitdem dreimal wiedergewählt. Während seiner Amtszeit machte er Hermannstadt, die europäische Kulturhauptstadt 2007, zu einem Aushängeschild des rumänischen Tourismus.

Quelle: n-tv.de

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