Politik
(Foto: picture alliance / dpa)

Putin trotzdem beliebt: Russen blicken skeptisch in die Zukunft

Rubel und Ölpreis fallen, die Wirtschaft liegt am Boden: Die ökonomische Krise trifft Russland mit voller Wucht und schlägt sich auch auf die Stimmung im Land nieder. Viele Russen bewerten die Entwicklung im Land negativ und haben Angst.

Wie zufrieden sind die Russen mit ihrer Regierung und mit ihrer eigenen ökonomischen Situation? Mit diesen Fragen hat sich das russische Meinungsforschungsinstitut Lewada auseinandergesetzt – und kommt in verschiedenen Umfragen zu einem eindeutigen Bild (hier ab Seite 14 auf Deutsch).

Präsident Wladimir Putin ist noch immer mit Abstand der beliebteste Politiker in Russland. Bei der Frage: "Zu welchem Politiker haben Sie Vertrauen?", nennen 60 Prozent den Kreml-Chef. Danach folgen mit deutlichem Abstand Verteidigungsminister Sergej Schoigu (23 Prozent), Außenminister Sergej Lawrow (21) und Ministerpräsident Dmitri Medwedew (17). Das Ergebnis ist keine Überraschung, genießt Putin doch schon lange Beliebtheitswerte, von denen europäische Politiker meist nur träumen können. Andere Umfragen belegen: Seine Popularität liegt seit Frühjahr 2014 konstant bei mehr als 80 Prozent.

Doch bei aller Zufriedenheit der Russen mit ihrem Staatsoberhaupt, die Lewada-Studie zeigt vor allem eines: Zu Beginn des Jahres 2016 schauen die Russen skeptisch in die Zukunft. Nur 6 Prozent geben an, dass sich ihre persönliche Sicherheit im Jahr 2015 verbessert hat. Für 51 Prozent hat sie sich nicht verändert, für 36 Prozent verschlechtert. Vor einem Jahr hatten nur 21 Prozent eine Verschlechterung ihrer Situation gesehen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Gerechtigkeit in der Verteilung materieller Güter: Nur für 2 Prozent der Russen hat sich die Situation verbessert, 39 Prozent sehen keine Veränderung. Für 48 Prozent hat sie sich jedoch verschlechtert (Vorjahr: 37 Prozent). Eine negative Entwicklung bescheinigen die russischen Bürger ihrem Land auch beim Thema freie Meinungsäußerung. Nur aus Sicht von 6 Prozent der Russen hat sich die Situation gebessert, 62 Prozent sehen keine Veränderung. Für 21 Prozent hat sich die Lage verschlechtert. Damit ist die Wahrnehmung noch negativer als vor einem Jahr. Anfang 2015 hatten 9 Prozent einen Aufwärts- und nur 13 einen Abwärtstrend wahrgenommen.

Die Folgen der russischen Wirtschaftskrise schlagen sich auch in einer weiteren Umfrage nieder. War 2015 für Russland besser oder schlechter als das Vorjahr? 9,9 Prozent sind der Ansicht die Situation sei besser, 36,5 Prozent halten die Situation für vergleichbar, 46,6 Prozent sehen die Entwicklung negativ. Auffallend ist: Besonders schlecht ist die Stimmung bei russischen Hochschulabsolventen. 55,3 Prozent in dieser Gruppe sehen eine Verschlechterung, nur 8,3 eine Besserung zum Vorjahr.

Quelle: n-tv.de

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