Politik
Riskanter Einsatz in Syrien: Die Konfliktparteien beschießen sich mit Waffen aller Kaliber (Archivbild).
Riskanter Einsatz in Syrien: Die Konfliktparteien beschießen sich mit Waffen aller Kaliber (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Tödlicher Angriff auf "Berater": Russischer Soldat stirbt in Syrien

Russland bezahlt für den Militäreinsatz in Syrien einen hohen Preis: Bei einem Feuerüberfall kommt ein russischer Staatsbürger ums Leben. Der Kreml macht IS-Anhänger für seinen Tod verantwortlich. Beobachter zweifeln diese Darstellung an.

In Syrien ist ein russischer Soldat angeblich von Kämpfern der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) getötet worden. Der "Militärberater" habe zu Wochenbeginn syrische Regierungssoldaten an "neuen Waffen" ausgebildet und sei dabei durch Beschuss "tödlich verletzt" worden, berichtete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Für den Angriff machte die russische Regierung ausdrücklich den  IS verantwortlich.

Beobachter zogen die russische Darstellung des Vorfalls in Zweifel: Wo genau sich der Vorfall ereignete, wollte das Moskauer Ministerium nicht bekanntgegeben. Auch der Hinweis auf die "neuen Waffen" wurde nicht weiter ausgeführt. Ebenso im Dunkeln blieb, ob es sich um gezielten Beschuss mit Handfeuerwaffen oder um einen unglücklichen Zufallstreffer etwa durch eine Mörsergranate handelte. Eine Beteiligung von IS-Kämpfern halten Beobachter jedoch für wenig wahrscheinlich.

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden bei dem Angriff drei weitere russische Soldaten verletzt. Der Vorfall ereignete sich demnach in der Provinz Latakia im Nordwesten des Landes. Aus dieser Ortsangabe ergeben sich gewisse Unstimmigkeiten: In Latakia sind nach Angaben der Beobachtungsstelle, die ihre Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort bezieht, verschiedene Rebellengruppen aktiv, nicht jedoch der IS. Von unabhängiger Seite überprüfen lassen sich die widersprüchlichen Angaben nicht.

Es ist bereits der dritte russische Armeeangehörige, der seit dem Beginn des russischen Militäreinsatzes in Syrien Ende September getötet wurde. Ende November war ein russischer Kampfjet im türkisch-syrischen Grenzgebiet abgeschossen worden. Ein Pilot wurde gerettet, der zweite Pilot nach dem Notausstieg per Fallschirm am Boden von Rebellen getötet. Ein weiterer Soldat kam bei einem Rettungseinsatz für die beiden Piloten ums Leben.

Russland fliegt seit Ende September Luftangriffe zur Unterstützung der syrischen Armee im Kampf gegen denn IS und andere Rebellengruppen. Moskau betont jedoch, dass keine Bodentruppen in Syrien im Kampfeinsatz seien. Zum Schutz russischer Einrichtung - wie etwa der Militärbasen an der Mittelmeerküste - hat das russische Militär jedoch auch schwere Kampfpanzer, Schützenpanzer und Artillerie im Land stationiert.

Bürgerkrieg in Syrien: Wer kontrolliert welche Gebiete?
Bürgerkrieg in Syrien: Wer kontrolliert welche Gebiete?(Foto: Christoph Herwartz / n-tv.de)

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen