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In der Vergangenheit sorgte Russland mit verschiedenen Manövern im Grenzgebiet für Streit.
In der Vergangenheit sorgte Russland mit verschiedenen Manövern im Grenzgebiet für Streit.(Foto: imago/ITAR-TASS)
Mittwoch, 30. August 2017

Militärmanöver "Sapad 2017": Russland lädt Nato zum Besuchertag ein

Im September plant Russland ein Großmanöver, das der Nato schon dem Namen nach nicht gefallen kann. Zwar darf das Verteidigungsbündnis Beobachter senden, allerdings sehr eingeschränkt. Die USA verlegen derweil Kampfjets nach Litauen.

Die Nato wird Beobachter zu dem umstrittenen Großmanöver der russischen und weißrussischen Streitkräfte schicken. Nach einer Prüfung der Einladung aus Moskau habe man entschieden, einen Experten zum Besuchertag in Russland zu entsenden, sagte Bündnissprecherin Oana Lungescu. Zudem sollen zwei Experten zu dem Besuchertag in Weißrussland reisen.

Lungescu machte allerdings deutlich, dass die Einladung zu Besuchertagen nach Ansicht der Nato keinen Ersatz für eine offizielle Manöverbeobachtung nach den im Wiener Dokument festgelegten Regeln der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sein kann. Die Regeln verpflichten Staaten, bei einem Militärmanöver ab 13.000 teilnehmenden Soldaten ausländische Beobachter umfassend zuzulassen. Eine Beobachtung beinhaltet dann die Teilnahme an "Briefings über das Übungsszenario und Fortschritte", Gelegenheiten zu Gesprächen mit einzelnen Soldaten über die Übung und Überflüge, und ist somit wesentlich umfangreicher als die jetzt geplante Beobachtung an Besuchertagen.

Die Nato äußerte nun erneut Zweifel an den Angaben zu dem Manöver mit dem Namen "Sapad" (russisch: "Westen"). Russland zufolge werden an der am 14. September beginnenden Übung lediglich 12.700 Soldaten teilnehmen. Litauen, Weißrusslands Nachbarstaat und Nato-Bündnisland, geht dagegen von einer Teilnehmerzahl von rund 100.000 Soldaten aus. Schon am Sapad-Manöver im Jahr 2013 schätzten westliche Militärexperten die Teilnehmerzahl im Anschluss auf mindestens 70.000, während nach russischen Angaben lediglich 12.900 Soldaten teilnahmen.

USA verlegen Kampfjets

"Der Transparenzverpflichtung aus dem Weg zu gehen, wirft lediglich Fragen bezüglich des Sinns und Zwecks der Übung auf", kommentierte Lungescu die widersprüchlichen Angaben zur Teilnehmerzahl. Vor allem die Anrainerstaaten Polen, Litauen, Lettland und Estland sehen die Großübung als Drohgebärde.

Wohl auch deshalb verlegten die USA sieben Kampfjets vom Typ F-15C Eagle nach Litauen. Das Geschwader der US-Luftwaffe übernahm dem Verteidigungsministerium in Vilnius zufolge zudem auf der Luftwaffenbasis Siauliai die Nato-Luftraumüberwachung über Estland, Lettland und Litauen. Üblicherweise patrouillieren nur vier Jets von Siauliai aus im Luftraum über den drei baltischen EU- und Nato-Mitgliedern - gemeinsam mit vier in Estland stationierten Kampfflugzeugen.

Quelle: n-tv.de

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