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Die Stellungen von Rebellen und IS-Anhängern liegen oft inmitten dicht bebauter Gebiete: Luftschläge fordern immer wieder Todesopfer unter der Bevölkerung.
Die Stellungen von Rebellen und IS-Anhängern liegen oft inmitten dicht bebauter Gebiete: Luftschläge fordern immer wieder Todesopfer unter der Bevölkerung.(Foto: REUTERS)

Flugverbotszone in Syrien?: Russland lehnt Merkels Vorschlag ab

Klare Absage für eine Initiative aus Deutschland: Die von der Kanzlerin angeregte Schutzzone für die syrische Zivilbevölkerung stünde nach Auffassung des Kreml beim "Kampf gegen den Terrorismus" nur im Weg. Die Angriffe aus der Luft fordern weitere Opfer.

Die russische Regierung hat die Ablehnung einer Flugverbotszone im Norden des Bürgerkriegslandes Syrien bekräftigt. Eine solche Zone etwa zwischen der Großstadt Aleppo und der syrisch-türkischen Grenze würde den "Kampf gegen den Terrorismus" behindern, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau.

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Damit stellt sich Russland einer Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Schutz der Zivilbevölkerung in den Weg: In ihrer Regierungserklärung vor dem Bundestag hatte sie sich zuletzt für die Einrichtung einer solchen Flugverbotszone ausgesprochen, um zivile Opfer bei Luftangriffen zu vermeiden.

Russische Kampfjets unterstützen seit Ende September die syrische Armee mit Bombenangriffen. Der Westen wirft Russland vor, dabei keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu nehmen. Während Moskau stets betont, in Syrien gegen "Terroristen" vorzugehen, zielen die russischen Luftschläge westlichen Beobachtern zufolge in erster Linie auf Gegner von Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Zivile Opfer bei Anti-IS-Angriff

Wie gefährlich die Strategie von Distanzschlägen aus der Luft für die Anwohner am Boden ist, belegt ein Vorfall aus dem Nordosten Syriens. Bei einem Luftangriff der US-geführten internationalen Koalition auf IS-Gebiet seien südlich der Stadt Hasaka mindestens 15 Zivilisten ums Leben gekommen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Unter den Opfern seien auch drei Kinder, hieß es. Eine unabhängige Bestätigung für diese Angaben gibt es nicht. Bombardiert worden seien mehrere Orte, die unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stünden, teilte die Beobachtungsstelle mit, die ihre Informationen von Beobachtern vor Ort bezieht.

Kurden in der Offensive

Bereits am Mittwoch hatten in dieser Region mindestens 15 Zivilisten ihr Leben bei einem Luftschlag der Koalition verloren. Den Beobachtern zufolge gingen die Angriffe der Koalition in der Region einher mit einer Offensive der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gegen den IS.

Bei der YPG handelt es sich um den bewaffneten syrischen Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Volksschutzeinheiten beherrschen große Teile des Grenzgebiets zur Türkei. Sie sind in Syrien der wichtigste Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Zugleich werden sie in einigen Gebieten nahe der türkisch-syrischen Grenze von türkischen Streitkräften mit Artillerie und teilweise auch mit Luftangriffen der türkischen Luftwaffe beschossen.

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Quelle: n-tv.de

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