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Kadetten der Marineschule in St. Petersburg.
Kadetten der Marineschule in St. Petersburg.(Foto: picture alliance / dpa)

Ständige Präsenz im Mittelmeer: Russland zeigt wieder Flagge

Man wolle russische Interessen im Mittelmeer schützen, begründet Admiral Tschirkow die Entscheidung, nach 20 Jahren wieder dauerhaft Kriegsschiffe in das Gewässer zu schicken. Der Befehl zeugt von viel Selbstbewusstsein - wird aber auch kritisiert.

Nach gut 20 Jahren schickt Russland wieder dauerhaft mehrere Kriegsschiffe ins Mittelmeer. Kern der Gruppe seien Kreuzer und Fregatten, meldete die Staatsagentur Ria Nowosti unter Berufung auf Marinekreise.

Oberbefehlshaber Admiral Viktor Tschirkow sagte, fünf bis sechs Schiffe der Schwarzmeerflotte sollten permanent im Mittelmeer kreuzen und die russischen Interessen in dem Gebiet schützen. Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte zuvor die Präsenz befohlen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte Russland 1992 seine bis zu 50 Kriegsschiffe starke Mittelmeerflotte nach 25 Jahren zurückgezogen.

Experten kritisierten allerdings, dass die Marine nicht über die nötigen Kapazitäten verfüge. Außerdem sei ungeklärt, wo die Schiffe im Notfall repariert werden könnten. Bei der Initiative handele es sich um "laute Worte und Wünsche, die nicht von realen Ressourcen gedeckt sind", sagte der frühere Generalstabschef, Admiral Viktor Krawtschenko.

Admiral Tschirkow erklärte dagegen, die Marine könne wie in Sowjetzeiten auch im Pazifik sowie im Indischen Ozean ständig vertreten sein, falls die Regierung dies wünsche.

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Quelle: n-tv.de

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