Sonntag, 21. Dezember 2008
Rot-Rot in den Ländern: SPD-Chef bleibt sich treu
SPD-Chef Franz Müntefering hat rot-roten Koalitionen auf Landesebene grundsätzlich zugestimmt. "Wenn es uns gelingt, mehr sozialdemokratische Ministerpräsidenten zu stellen, würde uns das helfen, mehr als es schadet", sagte Müntefering dem "stern" auf die Frage nach rot-roten Bündnissen etwa in Thüringen und im Saarland.
Er habe keine Angst davor, wenn es vor der Bundestagswahl 2009 zu Koalitionen zwischen der SPD und der Linken komme, sagte Müntefering. "Wir könnten so auch machtpolitisch ein Zeichen setzen." Die Debatte über solche Koalitionen werde die Bundestagswahl nicht wesentlich entscheiden. "Das regt die Menschen nicht mehr auf", sagte er.
CDU: "Völlig unglaubwürdig"
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla erklärte, Müntefering ermuntere die SPD-Landesverbände zu weiteren "waghalsigen Politikexperimenten". "Wer mit der Linkspartei in den Ländern und in der Bundesversammlung gemeinsame Sache macht, der wird auch vor dem letzten Schritt im Bund nicht zurückschrecken." SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier müsse "sich schleunigst erklären, ob er für diese Bündnisse steht oder sie ablehnt".
Westerwelle kann sich nicht länger verweigern
Müntefering schloss in der ARD erneut eine Koalition mit der Linken auf Bundesebene aus. Mit dem Linken-Parteichef und ehemaligen SPD-Genossen Oskar Lafontaine werde er sich nie mehr gemeinsam an einen Tisch setzen: "Ich habe da wirklich keine Lust mehr drauf, das sage ich ganz ehrlich", sagte Müntefering. Die SPD strebe eine rot-grüne Koalition an. Wenn das nicht ginge, wäre eine Ampel-Koalition mit Grünen und FDP das Ziel. Müntefering sagte, FDP-Chef Guido Westerwelle werde sich nicht nochmals verweigern, weil er unter dem Zugzwang stehe, seine Partei endlich in die Regierung führen zu müssen.
Münteferings Vorgänger Kurt Beck hatte zu Beginn seiner Amtszeit rot-rote Bündnisse in den alten Bundesländern ausgeschlossen. Als sich in Hessen jedoch abzeichnete, dass nur mit der Linkspartei ein Machtwechsel möglich war, weichte er dieses Dogma auf, was zu einer Debatte um die Glaubwürdigkeit der SPD und ihres Neins zu Rot-Rot auf Bundesebene führte.
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Politik
-
Kleine Runde beim Berlinale-Empfang
Filmszene lässt Wulff im Stich
-
Mission ist beendet
Arabische Liga bricht mit Syrien
-
Duisburg schickt OB in die Pension
Sauerland ist abgewählt
-
Geld für Griechenland
Seehofer will Volk fragen
-
Streit um Länderfinanzausgleich
Kretschmann würde vermitteln
-
Laufzeitverlängerung
Frankreich hält an AKW fest
-
Vorwurf der Datenlöschung
BKA setzt sich zur Wehr
-
Tage des Durchatmens
Romney siegt zweifach
-
Arabische Liga berät über Vorgehen
Iran pumpt Geld nach Syrien
-
Vorstoß aus der CDU
Kinderlose sollen zahlen
-
Sieg bei CPAC-Konferenz und in Maine
Romney gewinnt doppelt
-
US-Haushalt 2013
Obama will Geld von Reichen
