Politik
Gabriels Führungsposition ist trotz schwachem Wahlergebnis unumstritten.
Gabriels Führungsposition ist trotz schwachem Wahlergebnis unumstritten.(Foto: dpa)
Sonntag, 13. Dezember 2015

Nach Tiefschlag auf Parteitag: SPD-Spitze schart sich um Gabriel

Die Parteitagsdelegierten haben den SPD-Vorsitzenden abgewatscht. Die Spitzenpolitiker der Partei finden das "nicht gerecht" und solidarisieren sich mit ihrem Chef. Der redet sogar schon wieder über eine Kanzlerkandidatur.

Nach dem Tiefschlag für Sigmar Gabriel bei der Wiederwahl zum SPD-Parteichef stärken die Genossen dem Vizekanzler demonstrativ den Rücken. "Die breite Mehrheit hat entschieden: Sie will Gabriel und seine Politik in den nächsten zwei Jahren", sagte SPD-Fraktionsvize Carsten Schneider der "Welt am Sonntag". Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil nannte das Ergebnis überraschend und "nicht gerecht".

Gabriel war auf dem Parteitag in Berlin mit 74,3 Prozent abgestraft worden, dem mit Abstand schwächsten Ergebnis seiner bisher vier Wahlen. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sieht in dem Ergebnis dennoch eine "gute Basis" für eine erneute Kanzlerkandidatur Gabriels, wie der SPD-Politiker dem Fernsehsender Phoenix sagte.

Auch SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel betonte, der Parteitag sei dem inhaltlichen Kurs Gabriels "klar gefolgt". "Damit hat er als Vorsitzender den ersten Zugriff auf die Kandidatur", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die neue SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagte der "Bild am Sonntag", die Kandidatenfrage sei noch nicht geklärt: "Das regeln wir Anfang 2017. Und natürlich hat dann der Parteivorsitzende das erste Wort."

Gabriel blieb am Samstagabend in der ARD-Sendung "Bericht vom Parteitag" bei seiner Linie: "Ein Vorsitzender einer Partei wie der SPD muss immer auch den Anspruch haben, Kanzler werden zu können. Trotzdem rate ich unserer Partei, das Anfang 2017 zu entscheiden, wen wir aufstellen." Sonst sei die SPD gleich mittendrin im Wahlkampf.

Quelle: n-tv.de

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