Samstag, 05. September 2009
Rumänen-Spruch auch in Münster
SPD hat noch ein Rüttgers-Video
Wegen abfälliger Worte über rumänische Arbeiter kritisiert die nordrhein-westfälische SPD erneut Ministerpräsident Rüttgers (CDU) - und veröffentlicht ein Video von einer Rüttgers-Rede am 28. August bei einem Wahlkampfauftritt in Münster.
Rüttgers tut seine Äußerung aus Duisburg jetzt leid. Die aus Münster vermutlich auch.
Wegen abfälliger Worte über rumänische Arbeiter hat die nordrhein-westfälische SPD erneut Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) kritisiert. Die SPD veröffentlichte ein Video von einer Rüttgers-Rede am 28. August bei einem Wahlkampfauftritt in Münster, in dem der Regierungschef ähnliche Aussagen wie zwei Tage zuvor in Duisburg machte.
Die Äußerungen über die Arbeitsmoral der Rumänen seien kein Versehen, sondern "wohl kalkulierter Bestandteil seiner Wahlkampfreden", sagte der Generalsekretär der NRW-SPD, Michael Groschek, laut einer Mitteilung. Bekannt wurde außerdem, dass Rüttgers sich ähnlich auch bei einer Veranstaltung in Bonn im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußert hatte - "unbeanstandet", wie es in Regierungskreisen hieß.
Mit Blick auf die Verlagerung der Nokia-Handyproduktion von Bochum nach Rumänien hatte Rüttgers auch in Münster gesagt: "Die kriegen die Produktion in Rumänien nicht in den Griff, hätt ich ihnen vorher sagen können. In Rumänien kommen die Arbeiter nicht wie unsere Arbeitnehmer hier in Nordrhein- Westfalen morgens um sieben Uhr und bleiben solange wie der Betrieb ist. Und wenn's sein muss, machen sie auch noch Überstunden. Die kommen, wann sie wollen und gehen, wann sie wollen und deshalb kriegen sie auch die Handys nicht mehr zusammengebaut."
Ähnliche Äußerungen Rüttgers' in Duisburg waren am Freitag bekannt geworden und hatten für Wirbel gesorgt. Daraufhin hatte er sich noch am Abend mit den Worten entschuldigt: "Ich wollte niemanden beleidigen, wenn das doch geschehen ist, tut mir das leid." Er habe sich mit seinen Äußerungen vor die nordrhein-westfälischen Arbeitnehmer gestellt, deren Leistungen weltweit anerkannt seien und die durch falsche Entscheidungen von Konzernzentralen ihren Arbeitsplatz verloren hätten.
dpa
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