Politik
Peer Steinbrück hat seine Partei überzeugt.
Peer Steinbrück hat seine Partei überzeugt.(Foto: dapd)
Montag, 10. Dezember 2012

Partei lobt Kandidat in höchsten Tönen: SPD schwört auf Steinbrück

Die SPD hat offiziell einen Kandidaten - und nach den Aussagen führender Parteimitglieder auch genau den richtigen. Nach dem Nominierungsparteitag in Hannover demonstrieren die Sozialdemokraten Einigkeit. Kritische Töne sind dagegen naturgemäß von Union und FDP zu vernehmen.

Nach seiner Wahl zum Kanzlerkandidaten der SPD stärkt die Partei Peer Steinbrück demonstrativ den Rücken. Die Regierungsparteien, die Union und die FDP, reagieren naturgemäß mit Kritik an der Kandidatenkür bei den Sozialdemokraten.

Helmut Schmidt war auch da.
Helmut Schmidt war auch da.(Foto: dpa)

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier lobte Steinbrück für seine überzeugende Rede. "Die spannende Frage war ja für viele (...): Wird das auch ein Peer Steinbrück sein, der die Herzen der Delegierten, die Herzen der SPD, erreicht", sagte Steinmeier im Deutschlandfunk. Das habe Steinbrück geschafft, indem er sich in die Tradition der Partei gestellt habe. "Die Öffentlichkeit ist überzeugt, dass er der richtige und beste Kandidat ist", sagte der Fraktionschef.

Steinmeier sagte, das Thema soziale Gerechtigkeit sei ein Pflichtthema für seine Partei. "Peer Steinbrück ist jemand, und das ist sein unendlicher Vorteil, der darüber hinaus greift."

Kraft hofft auf breiteres Steinbrück-Bild

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles bekräftigte im Bayerischen Rundfunk das Ziel ihrer Partei, eine rot-grüne Koalition zu bilden. "Wenn man in den Wahlkampf geht, muss man klar bekennen, was man will."

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"Wer gut verdient, kann sich trotzdem in diesem Land dafür einsetzen, dass die, die nicht viel haben, gerecht beteiligt werden", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft der "Leipziger Volkszeitung". Sie sei überzeugt, dass Steinbrück die SPD-Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit sehr glaubwürdig vertreten könne.

"Ich wünsche mir, dass es ihm gelingt, dass die Bürgerinnen und Bürger das komplette Bild von Steinbrück wahrnehmen, nicht nur denjenigen, der Finanzminister der Bundesrepublik war", sagte Kraft, die auch stellvertretende SPD-Vorsitzende ist.

Riexinger regt gemeinsame Kandidatensuche an

Der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel erwartet, dass Steinbrück sich in den kommenden Monaten stärker den innen- und gesellschaftspolitischen Themen widmen wird. "Er weiß, dass er nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz der Menschen erreichen muss", sagte Vogel der "Rheinischen Post". Peer Steinbrück sei "eine für die Bewältigung der gegenwärtigen zentralen Herausforderungen besonders kompetente Persönlichkeit".

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Ralf Stegner, Vertreter der SPD-Linken, äußerte sich im n-tv.de Interview versöhnt mit dem Kandidaten: "Steinbrück ist der richtige Kandidat. Er bietet Merkel Paroli in dem Feld, das sie selbst darstellt: Europa, Finanzmarktkontrolle. Auch im Bürgertum kann er punkten."

Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, hält den SPD-Kanzlerkandidaten dagegen für chancenlos. "Steinbrück hat keine Aussicht auf eine Mehrheit. Das ist sein Hauptproblem", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung". "Ein wirklicher Wechselkanzler wird nur mit den Stimmen der Linken gewählt." Riexinger regte an, neue Wege zu gehen und den Kanzlerkandidaten des Mitte-Links-Spektrums in Zukunft in Vorwahlen zu bestimmen, die offen für alle Bürger seien. Dann würde wirklich eine klare Alternative zum bürgerlichen Block sichtbar.

Gröhe höhnt: Kein Kandidat der "Sozi-Herzen"

Die Grünen begrüßten Steinbrücks klares Bekenntnis zu einem gemeinsamen Bündnis. "Deutschland braucht eine Bundesregierung ohne die Union und ohne die FDP", erklärten die beiden Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin.

Steinbrück hatte nur wenige Stunden nach seiner Nominierung dem ZDF gesagt: "Ich stehe für eine große Koalition nicht zur Verfügung. Man kriegt Steinbrück nur in einer rot-grünen Konstellation." Darauf sei sein ganzes "Sinnen und Trachten" gerichtet. Auch einer möglichen Koalition mit der Linkspartei erteilte Steinbrück eine Absage.

Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle richtet sich auf einen Lagerwahlkampf ein: "Es wird klar werden, worum es bei den Wahlen im nächsten Jahr geht: eine Fortsetzung der erfolgreichen christlich-liberalen Stabilitätspolitik oder ein Wechsel zu rot-grüner Schuldenmacherei."

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte, Steinbrück sei weiterhin kein Kandidat der "Sozi-Herzen, sondern der geballten Fäuste in den Hosentaschen der SPD-Linken".

Quelle: n-tv.de

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