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Was wissen die deutschen Provider?
Was wissen die deutschen Provider?(Foto: dpa)

NSA kartografiert deutsche Geräte: SPD will Telekom-Chef vorladen

Es reicht ein Router der Telekom, und schon weiß die NSA über alle Geräte des Nutzers Bescheid: Der US-Geheimdienst hat laut Medienberichten versteckte Zugänge bei mehreren deutschen Providern. Die sollen nun vor dem NSA-Ausschuss aussagen.

Die SPD hat gefordert, auch Unternehmen aus der Branche im NSA-Untersuchungsausschuss zu befragen. Grund dafür sind die Enthüllungen, wonach der US-Geheimdienst NSA direkten Zugriff auf deutsche Netze hat.

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Der "Spiegel" hatte unter Berufung auf Dokumente des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden berichtet, dass die Geheimdienste der USA und Großbritanniens über verdeckte Zugänge unter anderem in die Netze der Deutschen Telekom und des Kölner Anbieters Netcologne verfügen.

"Wir müssen auch die Vorstandsvorsitzenden der Netzbetreiber und die Verantwortlichen für die Netzsicherheit seit 2011 laden", sagte der Obmann der SPD in dem Untersuchungsausschuss, Christian Flisek, dem "Kölner Stadtanzeiger". Der Kreis der Zeugen müsse erweitert werden. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom ist Timotheus Höttges.

Bundesamt ermittelt

Mit dem Programm namens "Treasure Map" ("Schatzkarte") könnten sogar Endgeräte wie Computer, Smartphones und Tablets visualisiert werden, sofern sie mit dem Internet verbunden seien. Dazu reicht offenbar die Information über den entsprechenden Router, der die Verbindung für diese Geräte herstellt.

Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik bemühen sich die Behörden zurzeit um Klärung. Das Programm diene unter anderem der "Planung von Computerattacken" und der "Netzwerk-Spionage", heißt es laut "Spiegel" in einer Präsentation der Anwendung. Flisek schloss Ermittlungen des Generalbundesanwalts nicht aus. "Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, reden wir auch über Straftatbestände", sagte er.

Neben der Telekom und Netcologne sind demnach auch die drei deutschen Teleport-Anbieter Stellar, Cetel und IABG mit roten Kernen markiert. Ein GCHQ-Dokument liste Mitarbeiter namentlich als Zielpersonen auf und enthalte auch Kennworte für die Server von Stellar-Kunden.

Quelle: n-tv.de

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