Politik

Party für Flüchtlingshelfer: Sachsen lädt Pegida-Mann ein

Zu einer Dankesfeier für die Flüchtlingshelfer in Sachsen hat die Staatskanzlei in Dresden ausgerechnet Pegida-Frontmann Siegfried Däbritz eingeladen. Der freut sich auf das Buffet – ist aber gar nicht willkommen.

Zu einer Dankesfeier für die Flüchtlingshelfer hat die sächsische Staatskanzlei ausgerechnet Pegida-Frontmann Siegfried Däbritz eingeladen - einen Mann, der Flüchtlingen nicht hilft, sondern sie beschimpft. Wie es zu der Einladung kam, konnte die Behörde von Ministerpräsident Stanislaw Tillich auf Anfrage nicht sicher erklären.

In einer Mitteilung erklärte die Staatskanzlei, im Dezember seien Landkreise, Hilfsorganisationen und weitere Institutionen informiert worden, dass am 26. Februar 2016 eine Dankesveranstaltung für Mitarbeiter und Helfer der Erstaufnahmeeinrichtungen stattfindet. Die Landkreise hätten der Staatskanzlei die Adressen von Helfern geschickt, die eine Einladung erhalten sollten; diese Einladung sei dann durch die Staatskanzlei versandt worden. Zugleich seien den Landkreisen und Institutionen "nicht personalisierte Einladungen" zur Verfügung gestellt worden.

Auch der Landkreis Meißen, in dem Däbritz gemeldet ist, habe der Staatskanzlei eine Adressdatei zur Verfügung gestellt. Däbritz sei darin nicht enthalten gewesen. Die Staatskanzlei geht deshalb davon aus, dass der Mann seine Einladung über "einen Dritten" erhalten hat oder eine dritte Person ihn eigenständig angemeldet hat. "Da sich Herr Däbritz in seinem Facebook-Eintrag am 18. Februar 2016 über die Zusendung einer Eintrittskarte überrascht zeigte, kann davon ausgegangen werden, dass er sich nicht selbst angemeldet hat."

Auf seiner Facebookseite machte Däbritz sich über die Landesregierung lustig: "Na schaun wir mal wie das Buffet ist, auf jeden Fall ist es dann schnell alle", schrieb er. Eine seiner Facebookfreundinnen warnte ihn allerdings: "Nicht das die Dich nur mit essen anlocken wollen ..... Vorsicht lass Vorsicht walten !!!"

Däbritz muss allerdings weniger damit rechnen, bei der Feier vergiftet zu werden, als vielmehr, gar nicht hineinzukommen. "Ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge lässt sich mit fremden- oder islamfeindlicher Haltung nicht vereinbaren", so die Staatskanzlei. "Deshalb ist Herr Däbritz auf dieser Veranstaltung nicht willkommen."

Quelle: n-tv.de

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