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In diesem Gebäude in Bonn hatte einer der Festgenommenen eine Wohnung.
In diesem Gebäude in Bonn hatte einer der Festgenommenen eine Wohnung.(Foto: dpa)

Verbindung zur Bonner Bombe?: Salafist lagert Sprengstoff

Ist den Ermittlern unbewusst die Aufklärung des versuchten Anschlags von Bonn geglückt? Wie sich jetzt herausstellt, könnten Verbindungen eines der Männer zu der Tat möglich sein. In einer Bonner Wohnung taucht Ammoniumnitrat auf - wie in der Tasche auf den Hauptbahnhof im Dezember 2012.

Nach der Verhaftung von vier mutmaßlichen Salafisten in Nordrhein-Westfalen richten sich die Ermittlungen auch auf einen möglichen Zusammenhang zum versuchten Bombenanschlag von Bonn. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft, man stehe "in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Dortmund - auch mit Blick auf mögliche Hinweise, die im Zusammenhang mit dem versuchten Bonner Anschlag stehen könnten". Die Bundesanwaltschaft ist für den Fall vom Bonner Hauptbahnhof zuständig; die Dortmunder Staatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen gegen die vier Männer.

Die mutmaßlichen Islamisten im Alter zwischen 23 und 43 Jahren sollen Anschläge auf Mitglieder der rechtsextremen Partei Pro NRW geplant haben. In der Bonner Wohnung eines der Männer fanden die Ermittler mehrere sprengfähige Substanzen, darunter Ammoniumnitrat. Eine ähnliche Chemikalie hatte die Polizei auch in der Tasche gefunden, mit der im am 10. Dezember 2012 ein Bombenanschlag auf den Bonner Hauptbahnhof versucht worden war. Der Sprengsatz wurde zwar gezündet, detonierte aber nicht.

Mann prahlt angeblich mit Tat

Der "Focus" berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass einer der nun Verhafteten sich in einem abgehörten Gespräch als möglicher Bombenleger dargestellt habe. Ein Sprecher der Polizei Essen bestätigte das nicht: Es gebe "keine konkreten Anhaltspunkte" für eine Beteiligung der Männer an dem gescheiterten Anschlag vom Dezember.

Die Verdächtigen - zwei türkischstämmige Deutsche, ein Albaner und ein Deutscher - schwiegen zu den Vorwürfen. Die mutmaßlich islamistische Gruppe stand schon seit längerer Zeit unter Beobachtung der Polizei und soll abgehört worden sein.

Spezialeinheiten nahmen in der Nacht zum Mittwoch in Leverkusen, Bonn und Essen die vier Verdächtigen fest - zwei von ihnen in der Nähe des Hauses des rechtsextremen Pro-NRW-Politikers Markus Beisicht. Sie hatten jedoch keine Waffen bei sich. Während der folgenden Ermittlungen fand die Polizei eine Liste mit neun rot markierten Namen von Pro-NRW-Mitgliedern, darunter auch Beisicht.

Woher die vier sich kannten, sei unklar, sagte der Dortmunder Staatsanwalt Henner Kruse. Sie hätten jedoch in den vergangenen Wochen regen Kontakt gehabt. Sie sitzen in verschiedenen Haftanstalten.

Quelle: n-tv.de

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