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Markus Beisicht leitet die Partei Pro NRW, deren Schwesterpartei Pro Köln im Stadtrat vertreten ist.
Markus Beisicht leitet die Partei Pro NRW, deren Schwesterpartei Pro Köln im Stadtrat vertreten ist.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Rechtsextremer Pro-NRW-Chef: Salafisten wollten Beisicht töten

Die Fehde zwischen den rechtsextremen Anhängern der Splitterpartei Pro NRW und den Salafisten im Rheinland geht weiter. Die Polizei nimmt vier Verdächtige fest, die einen Anschlag geplant haben sollen. Die Polizei spricht von einem Mordversuch. Beteiligt sein soll auch der Attentäter vom Bonner Hauptbahnhof.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat einen geplanten Mordanschlag von radikal-islamischen Salafisten verhindert. Ziel des Anschlags wäre der Chef der rechtsextremen Parteien Pro NRW und Pro Köln, Markus Beisicht, gewesen. Spezialeinheiten nahmen insgesamt vier Verdächtige fest. Die Beamten fanden Sprengstoff-Zutaten und eine Schusswaffe. Zwei der vier Islamisten stellte die Polizei in der Nacht zum Mittwoch in Leverkusen in der Nähe des Hauses von Beisicht.

Die beiden Salafisten hatten in Leverkusen vermutlich den Partei-Vorsitzenden ausgekundschaftet. Zwei weitere Verdächtige nahm die Polizei in Wohnungen in Essen und Bonn fest. In der Bonner Wohnung fanden die Ermittler auch die Waffe und das Sprengmaterial. Die vier Verdächtigen sollen am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Beisicht war Spitzenkandidat

Nach Informationen der "Bild" handelt es sich bei einem der vier Festgenommenen um den Mann, der am 10. Dezember einen Sprengstoffanschlag auf den Bonner Hauptbahnhof verüben wollte. Der Sprengsatz wurde damals zwar gezündet, detonierte aber nicht.

Pro NRW ist aus der von Beisicht geführten Partei Pro Köln hervorgegangen, die in Köln im Stadtrat vertreten ist. Pro NRW erhielt bei der letzten Landtagswahl 1,5 Prozent der Stimmen. Spitzenkandidat war ebenfalls Markus Beisicht.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich teilte mit, es gebe keinen unmittelbaren Zusammenhang mit der länderübergreifenden Razzia gegen die Salafisten-Szene. Die möglichen Anschlagspläne zeigten aber, "dass es richtig und konsequent ist, gegen salafistische Vereine vorzugehen." Polizisten hatten zuvor einen Vereinsraum und Wohnungen von Salafisten in Nordrhein-Westfalen und Hessen durchsucht.

Bereits mehrere Zusammenstöße

Im Mai vergangenen Jahres hatte ein Islamist im Internet per Drohvideo dazu aufgerufen, Mitglieder der rechtsgerichteten Gruppierung Pro NRW sowie kritische Journalisten zu töten. Das Bundesinnenministerium nahm die Drohung damals sehr ernst.

Der Staatsschutz hatte schon seit längerem Hinweise auf die Gruppe. Es sei aber lange nicht klar gewesen, was sie wirklich vorgehabt hätte. Erst am Dienstag habe sich herauskristallisiert, dass ein Verbrechen gegen den Pro NRW-Vorsitzenden geplant sei.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll bei der Polizei-Aktion auch eine Liste mit Namen weiterer Pro-NRW-Funktionäre gefunden worden sein. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dies nicht.

Zwischen radikalislamischen Salafisten und Anhängern der Splitterpartei Pro NRW war es in den vergangenen Monaten in Nordrhein-Westfalen immer wieder zu Zusammenstößen gekommen. So hatten Pro-NRW-Anhänger am 1. Mai 2012 in Solingen islamfeindliche Karikaturen gezeigt, Salafisten hatten mit Ausschreitungen reagiert.

Quelle: n-tv.de

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