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Sarkozy will wieder Präsident werden. Allerdings sprechen die aktuellen Umfragen eher gegen ihn.
Sarkozy will wieder Präsident werden. Allerdings sprechen die aktuellen Umfragen eher gegen ihn.(Foto: dpa)

"Heute bereue ich": Sarkozy: Ich habe Fehler gemacht

Nach dem Wahlsieg in Saus und Braus feiern und dann mit einer Luxusyacht verschwinden? Das macht man nicht als neu gewählter Präsident, gesteht sich Frankreichs früherer Staatschef ein. Auch sonst würde Nicolas Sarkozy heute einiges anders machen.

Er habe "Fehler" gemacht und Reformen in Frankreich nicht energisch genug angepackt: Frankreichs früherer Staatschef Nicolas Sarkozy, Anwärter auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur, hat in einem neuen Buch eine Bilanz seiner Amtszeit gezogen. "Heute bereue ich, dass ich Reformen hinausgezögert habe, die ich in den ersten Tagen meiner Präsidentschaft hätte anpacken sollen", heißt es in dem Buch, das am Montag erscheint.

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Seine Niederlage 2012 gegen den amtierenden Präsidenten François Hollande habe ihn dazu gebracht, "zu analysieren, was ich hätte anders machen sollen", schreibt Sarkozy in "La France pour la vie" (etwa: Frankreich - ein Leben lang). So ärgere er sich heute darüber, die von den Sozialisten in den 90er Jahren eingeführte 35-Stunden-Woche nicht angetastet zu haben. Gleiches gelte für die Vermögensteuer - die zu Abwanderungen prominenter französischer Wohlhabender geführt hatte.

Auch auf ganz persönlicher Ebene gesteht Sarkozy einige Fehltritte ein. Dass er seinen Sieg bei der Wahl 2007 in Prunk gefeiert habe und gleich danach mit der Luxusyacht eines schwerreichen Freundes in den Urlaub verschwunden sei, bereue er. In Frankreich, damals von einer Wirtschaftskrise gebeutelt, war dies nicht gut angekommen.

"Ein Präsident muss mit Bedacht handeln"

Der manchmal für seine aufbrausende Art bekannte Sarkozy nahm auch zu seinem berühmt gewordenen Satz "Hau ab, du Idiot!" Stellung, mit dem er 2008 einen Mann angefahren hatte, der ihm nicht die Hand geben wollte. Er habe sich seiner "Wut hingegeben", schreibt er. Wer Präsident sei, müsse aber mit Bedacht handeln, die Menschen respektieren und sich für sie interessieren.

Keinerlei Eingeständnisse macht Sarkozy hingegen bei der sogenannten Bygmalion-Affäre. Seine damalige Partei UMP soll im Präsidentschaftswahlkampf 2012 Wahlkampfkosten in Millionenhöhe übernommen haben, die eigentlich aus Sarkozys Wahlkampfbudget hätten bestritten werden müssen. Abgewickelt wurden die Zahlungen über die PR-Firma Bygmalion, die falsche Rechnungen ausgestellt haben soll. Er habe "nichts von dieser Firma gewusst", schreibt Sarkozy.

Sarkozy und sein parteiinterner Rivale Alain Juppé dürften sich in diesem Jahr einen harten Kampf um die französische Präsidentschaftskandidatur liefern. Die Umfragen sprechen derzeit aber eher gegen den früheren Staatschef.

Quelle: n-tv.de

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