Dienstag, 24. August 2010
Roma-Abschiebungen gehen weiter: Sarkozy lässt Bulldozer sprechen
Knapp eine Woche nach den ersten Abschiebungen hat die französische Polizei zwei weitere unerlaubte Roma-Lager geräumt und dem Erdboden gleichgemacht. In einem Vorort von Lille durften die Roma noch einige Habseligkeiten zusammenpacken, bevor ein Bulldozer ihre Unterkünfte niederwalzte. Rund 20 Roma wurden festgenommen, die Hälfte davon Kinder. Ihnen wird illegales Kampieren auf städtischem Gelände vorgeworfen. In Marseille vertrieb die Polizei 40 Roma aus einer ehemaligen Chemikalien-Lagerhalle und riss das Gebäude ab.
Präsident Nicolas Sarkozy hatte die Schließung von etwa 300 Roma-Lagern in ganzem Land angeordnet, nachdem es im vergangenen Monat zu Konflikten zwischen Polizei und Einwanderern sowie schweren Ausschreitungen in zwei französischen Städten kam. Mehr als 200 Roma wurden in den vergangenen Tagen in ihr Heimatland Rumänien zurückgeschickt. Menschenrechtsgruppen und Oppositionspolitiker kritisieren das harte Vorgehen der Regierung scharf. Für die kommende Woche haben sie zu einem landesweiten Protest aufgerufen.
AFP
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