Dienstag, 21. Oktober 2008
Prozess gegen 991 Verdächtige: Saudi-Arabien bekämpft Terror
In Saudi-Arabien sollen in den kommenden Monaten und Jahren insgesamt 991 mutmaßliche Terroristen vor Gericht gestellt werden. Das kündigte Innenminister Prinz Naif nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SPA an. Der Minister erklärte außerdem, es sei sehr bedauerlich, dass immer noch Saudis illegal die Grenze zum Irak überquerten, um sich dort Terrorgruppen anzuschließen. Der Irak habe schon einige saudische Terrorverdächtige in ihre Heimat abgeschoben, fügte er hinzu, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen.
Im zentralen Gericht der Hauptstadt Riad hatte am Montag hinter verschlossenen Türen der erste Prozess gegen mutmaßliche Angehörige des Terrornetzes Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel. In dem Verfahren, das vor einem islamischen Gericht stattfindet, sind 70 Männer angeklagt.
Anschlagsserie 2003
Unter den Opfern der Terroranschläge von Al Kaida in Saudi-Arabien, die im Mai 2003 mit Angriffen auf Ausländer-Wohnviertel begonnen hatten, waren zahlreiche Ausländer, die in dem islamischen Königreich arbeiteten, sowie 52 Angehörige der Sicherheitskräfte. Nach Angaben des Ministers konnten die Sicherheitskräfte in den vergangenen fünf Jahren 160 Terroranschläge verhindern.
Laut dem Innenministerium wurden bei Anschlägen seit 2003 insgesamt 74 Sicherheitskräfte getötet und weitere 657 verletzt. Es starben außerdem 90 Zivilisten, 439 wurden verletzt, darunter auch Ausländer.
Unter den Ausländern, die sich den sunnitischen Terrorgruppen im Irak angeschlossen haben, sind nach Angaben der irakischen Schiiten-Parteien besonders viele junge Männer aus Saudi-Arabien, der früheren Heimat von Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden.
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