Montag, 17. Mai 2010
Anschlag bei Fußball-WM geplant?: Saudi im Irak verhaftet
Die Fußball-WM in Südafrika ist offenbar ein Anschlagsziel des Terrornetzwerks Al-Kaida. Irakische Sicherheitskräfte verhafteten einen hochrangigen Al-Kaida-Vertreter. 41.000 Polizisten sollen während der Endrunde die Sicherheit gewährleisten.Irakische Sicherheitskräfte haben einen ehemaligen Offizier der saudischen Armee verhaftet, der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida angeblich einen Anschlag bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika geplant haben soll. Der Militärsprecher der Regierung, Kassim Atta, sagte irak in Bagdad, Assam Salih al-Kahtani, alias Sinan der Saudi, habe bei der Planung für den Anschlag in Kontakt mit Eiman al-Sawahiri gestanden, der nach Osama bin Laden als zweiter Mann an der Spitze von Al-Kaida gilt.
Südafrikas Sicherheitsbehörden reagierten überrascht auf die Meldung aus Bagdad. "Ich weiß rein gar nichts darüber, ich werde Nachforschungen anstellen", sagte der südafrikanische Polizeisprecher Vishnu Naidoo.
Assam Salih al-Kahtani halte sich seit 2004 im Irak auf und sei unter anderem an Terroranschlägen auf Ziele in den schiitischen Pilgerstädten Kerbela und Nadschaf sowie auf Hotels in Bagdad beteiligt gewesen, erklärte Kassem Atta. Wann und wo der 1979 geborene Offizier verhaftet wurde, sagte er nicht.
Dass unter den Al-Kaida-Terroristen im Irak zahlreiche Saudis sind, ist seit Jahren bekannt. Sie sollen nicht nur über die saudisch-irakische Grenze in den Irak kommen, sondern auch via Syrien. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste haben Al-Kaida- Terroristen aus dem Irak aber erst ein Mal außerhalb des Irak zugeschlagen: in der jordanischen Hauptstadt Amman, wo sie im November 2005 drei Hotels angriffen und einen Selbstmordanschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft verübten.
Südafrikas Polizeichef Bheki Cele hatte noch vor kurzem betont, dass es in Südafrika keine ernstzunehmenden Hinweise auf terroristische Anschläge während der WM im Juni und Juli gebe.
dpa
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