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Bettina Wulff will beweisen, dass Google die Realität bewusst verzerrt.
Bettina Wulff will beweisen, dass Google die Realität bewusst verzerrt.(Foto: dpa)

Streit mit Google : Schaar unterstützt Wulff

Rückendeckung im Google-Streit: Datenschützer Peter Schaar unterstützt Bettina Wulff im Kampf mit dem Internet-Riesen. Wulffs Klage gegen automatische Suchbegriffe sei "recht und billig". Beim Deutschen Journalisten-Verband hinterlässt das späte Einschreiten der Ex-First-Lady gegen die Rotlicht-Gerüchte allerdings auch einen Beigeschmack.

Bettina Wulff erhält im Streit mit dem Internetkonzern Google Unterstützung vom Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar. "Ich halte es für recht und billig, wenn Betroffene auch die Möglichkeit haben, bei Eingabe ihres Namens als Suchbegriff ehrverletztende Assoziationen auszuschließen, über die auch die Medien nicht berichten dürfen", sagte Schaar der "Passauer Neuen Presse".

Die Ehefrau von Ex-Bundespräsident Christian Wulff (CDU) will mit einer Klage gegen den Internetkonzern verhindern, dass bei Eingabe ihres Namens automatisch Suchbegriffe wie "Rotlichtvergangenheit" auftauchen. Der Konzern weist ihren Vorwurf zurück. Google nehme keinen Einfluss auf die Suchbegriffe. Die bei der Google-Autovervollständigung sichtbaren Stichworte spiegelten die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider.

Verdacht einer PR-Kampagne

Das Einschreiten von Bettina Wulff gegen die Rotlicht-Gerüchte kurz vor Erscheinen ihres Buches hat für den Deutschen Journalisten-Verband einen Beigeschmack. "Der zeitgleiche Verkaufsstart ihres Buches nährt den Verdacht einer PR-Kampagne mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken in Berlin. Es sei "diskussionswürdig", dass Bettina Wulff ihre Persönlichkeitsrechte erst mehr als ein halbes Jahr nach dem Rücktritt ihres Mannes vom Amt des Bundespräsidenten gegenüber zahlreichen Medien geltend mache. Ihr Buch "Jenseits des Protokolls" ist vereinzelt bereits im Handel.

Medienforscher Jo Groebel warnte vor voreiligen Schlüssen über das Erscheinen des Buches. "Ich warne sehr davor, das eine Gerücht jetzt durch ein anderes Gerücht - nämlich das der PR-Maßnahme - zu ersetzen", sagte Groebel bei n-tv. Bettina Wulff sei moralisch auf der Anklagebank gewesen - "zum Teil sehr inoffiziell, sehr informell, sehr unappetitlich. Und dass sie jetzt diesen Schritt macht, sollte man tatsächlich als Befreiungsschlag und nicht als neue PR-Maßnahme interpretieren." Groebel betonte: "Es reicht jetzt, was Gerüchte und Denunziationen angeht."

Quelle: n-tv.de

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