Dienstag, 01. April 2008
"Verräter" und "Kriecher": Scharfe Töne aus Nordkorea
In den staatlich kontrollierten nordkoreanischen Medien ist der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak wüst beschimpft und vor "katastrophalen" Folgen seiner Politik gewarnt worden. Präsident Lee sei ein "Verräter" und "Kriecher" vor den USA, hieß es in einem Kommentar der Zeitung "Rodong Shinmun". Auch unterstellte das Blatt Lee, eine Anti-Nordkorea-Politik zu verfolgen. Es war das erste Mal seit dem Wahlsieg Lees im Dezember, dass die Medien des kommunistischen Landes den konservativen Präsidenten so scharf angegriffen haben.
Lee sollte nicht die bisherige "Geduld und das Schweigen" Nordkoreas falsch einschätzen. "Die Regierung Lees wird für die unwiderruflichen katastrophalen Konsequenzen zur Verantwortung gezogen werden, die dem Einfrieren der innerkoreanischen Beziehungen folgen", hieß es.
Seit dem Antritt der neuen Regierung in Seoul haben sich die innerkoreanischen Beziehungen abgekühlt. Lee will unter anderem den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit vom Abbau des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms abhängig machen.
Nordkorea hatte Seoul zuletzt beschuldigt, einen militärischen Erstschlag zu planen. Zugleich drohte das Land damit, den Dialog zu stoppen und mit einem eigenen Präventivschlag Südkorea "in Asche zu legen". Zuvor hatte Nordkorea mehrere südkoreanische Beamte aus dem gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong ausgewiesen. Das Land drohte zudem, die Stilllegung seiner Atomanlagen zu verlangsamen, nachdem die USA und Südkorea erneut Pjöngjang aufgerufen hatten, die Zusagen zur Offenlegung seines Atomprogramms zu erfüllen.
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