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FSA-Wache in Damaskus.
FSA-Wache in Damaskus.(Foto: REUTERS)

UN-Staaten werden sich nicht einig: Schon fast 70.000 Tote in Syrien

Die aufständischen Kämpfer in Syrien stehen kurz davor, eine ganze Region unter ihre Herrschaft zu bekommen. Sie eroberten außerdem einen Militärflughafen nahe Aleppo. Die Zivilbevölkerung leidet dramatisch unter dem Konflikt, die Zahl der Toten steigt um Tausende.

Kämpfer der Freien Syrischen Armee.
Kämpfer der Freien Syrischen Armee.(Foto: REUTERS)

Die Zahl der Todesopfer im syrischen Bürgerkrieg ist nach Angaben der Vereinten Nationen auf fast 70.000 gestiegen. "Bei meinem letzten Bericht waren bereits 60.000 Menschen getötet worden. Jetzt nähert sich diese Zahl wahrscheinlich der 70.000", sagte Menschenrechtskommissarin Navi Pillay bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Pillay rief den Rat auf, endlich etwas gegen die Gewalt zu unternehmen. Der "Mangel an Konsens" in dem UN-Gremium habe "desaströse" Auswirkungen, sagte sie. "Die Zivilisten auf allen Seiten haben dafür den Preis bezahlt."

Im Sicherheitsrat scheiterten bislang die vom Westen und arabischen Staaten eingebrachten Resolutionen für ein schärferes internationales Vorgehen gegen die syrische Führung um Staatschef Baschar al-Assad bislang am Widerstand von Russland und China. Seit März 2011 liefern sich Assads Truppen blutige Kämpfe mit der Oppositionsbewegung.

Pillay forderte den Sicherheitsrat erneut auf, den Syrien-Konflikt an den Internationalen Strafgerichtshof zu überweisen. "Das würde eine klare Botschaft an Regierung und Opposition senden, dass ihre Handlungen Konsequenzen haben", so Pillay. "Wir werden dafür beurteilt werden, wie wir mit dieser Tragödie, die sich vor unseren Augen entwickelt hat, umgehen. Der Sicherheitsrat und wir alle in wichtigen UN-Positionen werden zu Recht gefragt werden, was wir gemacht haben."

Der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig unterstützte die Forderung. "Wir bleiben überzeugt, dass die Haftung für derart schlimme Verstöße gewahrt werden muss", sagte Wittig laut Redemanuskript. Der Bürgerkrieg in Syrien nehme an Intensität zu.

Rebellen melden neue Erfolge

In Syrien stehen die Aufständischen nach eigenen Angaben kurz davor, erstmals eine ganze Provinz einzunehmen. Die Truppen von Assad hielten in der ölreichen Region Deir al-Sor an der Grenze zum Irak nur noch die gleichnamige Stadt, sagte ein Rebellenkommandeur. Seine Brigade habe zusammen mit islamischen Kämpfern den Ort umstellt und kontrolliere bereits Abschnitte im Osten.

Auch aus anderen Teilen des Landes meldeten die Aufständischen Erfolge. So sei ein Militärflughafen nahe der nordsyrischen Metropole Aleppo eingenommen worden. Damit seien die Nachschubwege der Regierungstruppen nach Osten abgeschnitten.

Die Angaben aus Syrien können selten überprüft werden, weil unabhängige Medien kaum Zugang haben.

Quelle: n-tv.de

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