Mittwoch, 27. Januar 2010
Verschoben, verprasst, vergraben? : Schreiber ist pleite
Der deutsche Fiskus schaut in die Röhre, denn der ehemaligen Waffenhändler zeigt seine leeren Taschen. Außer einer Eigentumswohnung als Altenteil in der Schweiz gibt es bei Schreiber nichts Pfändbares mehr.Der Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber, dem zur Zeit in Augsburg wegen Steuerhinterziehung und Bestechung der Prozess gemacht wird, ist offenbar pleite. Das gehe aus dem Protokoll einer erfolglosen Pfändung vom September 2009 hervor, berichtete die "Augsburger Allgemeine". Schreiber erkläre darin, er habe kein Vermögen mehr, außer einer Eigentumswohnung in Pontresina (Schweiz). Der 75-Jährige habe zu dieser Aussage sogar eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, sage sein Verteidiger Jan Olaf Leisner. Das Augsburger Finanzamt wollte den Angaben zufolge mit der Pfändung bei Schreiber Steuerschulden eintreiben.
Schreiber steht seit Mitte Januar in Augsburg wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 12,3 Millionen Euro, Beihilfe zum Betrug, Beihilfe zur Untreue sowie Bestechung vor Gericht. Er soll von 1988 bis 1993 bei Rüstungs- und Flugzeuggeschäften Millionensummen als Provisionen unversteuert kassiert haben. Außerdem soll er mit dem Geld zwei Thyssen-Manager sowie den damaligen Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls (CSU) bestochen haben.
Vor Gericht sagte er zuletzt aus, er habe 1991 auch der CSU eine illegale Parteispenden in Höhe von insgesamt 1,4 Millionen Mark (rund 716.000 Euro) übergeben. Schon in Kanada, wo sich Schreiber zehn Jahre gegen seine Auslieferung nach Deutschland gewehrt hatte, hatte er wiederholt von illegalen CSU-Konten gesprochen.
AFP
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