Politik
Gerhard Schröder wollte "fordern und fördern".
Gerhard Schröder wollte "fordern und fördern".(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Leise Selbstkritik an Agenda 2010: Schröder für Mindestlohn

Der Erfinder der Agenda 2010 und damit von Hartz IV und Liberalisierung der Leiharbeit, Altkanzler Schröder, steht einem Mindestlohn inzwischen positiv gegenüber. Seine Reformen seien für Niedriglöhner schlecht gewesen, räumt er ein.

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Auswirkungen seiner Arbeitsmarktreform Agenda 2010 bedauert und die Arbeitgeber dafür verantwortlich gemacht. Sie hätten die Ausweitung von Niedriglohnjobs "ausgenutzt", sagte Schröder. Er plädierte demnach für einen "vernünftigen" gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland. Jeder müsse seine Familie von seiner Arbeit ernähren können, sagte Schröder.

Auf der Konferenz in Brüssel ging es um wirtschaftliche Reformen in Deutschland und in Belgien. Der belgische Außenminister Didier Reynders lobte Schröder für das "schwierige" Reformpaket und machte deutlich, dass er die Agenda 2010 als Vorbild für Belgien sieht. Schröder erläuterte das Reformprogramm, das er im März 2003 erstmals präsentiert hatte.

Kernstück ist das Prinzip des Förderns und Forderns und die Zusammenlegung von Arbeits- und Sozialhilfe. Für Menschen in schlecht bezahlten Jobs habe die Reform aber negative Folgen gehabt, räumte Schröder ein.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen