Sonntag, 15. Juni 2008
"Apathie und Rhetorik": Schutz für Flüchtlinge gefordert
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die wohlhabenden Länder aufgefordert, mehr für die Flüchtlinge aus dem Irak zu tun. "Die Regierungen machen nichts oder sehr wenig, um den irakischen Flüchtlingen zu helfen", hieß es in einem ai-Bericht, der am Sonntag in London veröffentlicht wurde. Sie vernachlässigten so ihre moralischen, politischen und gesetzlichen Verpflichtungen. Auf eine der größten Flüchtlingskrisen weltweit werde vor allem mit "Apathie und Rhetorik" reagiert.
Die kriegsähnliche Lage im Irak hat nach UN-Angaben mindestens 4,9 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Davon sind rund 2,7 Millionen Binnenflüchtlinge, die meisten anderen gingen nach Jordanien und Syrien. Jordanien und Syrien griffen zu drastischen Maßnahmen, die Zuwanderung zu stoppen, hieß es in dem ai-Bericht weiter. Die Flüchtlinge lebten in großer Armut leben und seien neuen Gefahren wie Kinderarbeit, Prostitution und einer Rückkehr in den Irak ausgesetzt.
Die Organisation kritisierte ferner die Abschiebung irakischer Flüchtlinge durch europäische Länder in gefährliche Regionen ihres Heimatlandes. Anderen würden Hilfen gestrichen, um sie dadurch zu zwingen, in den Irak zurückzukehren. Deutschland wirbt derzeit bei den EU-Partnern für eine verstärkte Aufnahme bedrohter religiöser und ethnischer Minderheiten aus dem Irak. Die Aufnahme soll jedoch nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Deutschland schiebt jedoch auch einzelne Flüchtlinge in den Nordirak ab.
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Schlag gegen Terror-Organisation
Eta-Anführer gehen ins Netz
-
Noch mehr Tote bei Massaker in Hula
UN-Sicherheitsrat verurteilt Syrien scharf
-
Parade in Moskau geplant
Polizei nimmt Homosexuelle fest
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt