Politik
(Foto: picture alliance / dpa)

Kontrollen an Grenze zu Deutschland: Schweden überprüft Einreisende wieder

Kein Land in der EU nimmt gemessen an der Zahl der Einwohner mehr Flüchtlinge auf. Doch inzwischen ist Schweden an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Mit Beginn der neuen Woche werden an den Grenzen zu Dänemark wieder Ausweise kontrolliert.

Die Passkontrollen von Reisenden nach Schweden zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen sind ohne größere Wartezeiten angelaufen. Seit Mitternacht werden in Bussen, Zügen und Fähren von Dänemark und Deutschland nach Schweden die Ausweise kontrolliert. Die Regierung in Stockholm hofft, auf diese Weise die Zahl der einreisenden Flüchtlinge zu verringern.

Auf dem Flughafenbahnhof Kastrup, der letzten Station vor der Öresundbrücke, die Dänemark und Schweden verbindet, wurden mehr als 30 Schleusen errichtet. Die Kontrolle der Zugreisenden verlaufe still und ruhig, sagte der Pressesprecher der Bahngesellschaft DSB, Tony Bispeskov, der dänischen Agentur Ritzau. "Wir kontrollieren die Identität der Leute und haben bisher weder lange Schlangen noch andere Herausforderungen erlebt." Wie viele Personen die Stationen passieren, werde nicht gezählt.

Zu den Kontrollen kann die Regierung die Verkehrsunternehmen seit kurzem verpflichten. Ein entsprechendes Gesetz hatte das Parlament im Dezember durchgewinkt. Die Bahn- und Fährenbetreiber, die für die Kontrollen zuständig sind, hatten den Beschluss scharf kritisiert und Verbindungen eingestellt oder eingeschränkt. Sie warnten vor hohen Kosten und längeren Reisezeiten. Schweden rechnete 2015 mit rund 160.000 Asylbewerbern. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat Schweden die meisten Flüchtlinge in der EU aufgenommen.

Dänemark äußert sich am Mittag

In der Regel reisen 32.000 Menschen jeden Tag mit dem Zug über den Öresund. Zu Wochenbeginn schien das Passagieraufkommen aber weitaus geringer. Die Bahngesellschaft schätzte, dass viele angesichts der Kontrollen mit dem Auto nach Schweden gefahren sind. Der Autoverkehr über die Öresundbrücke wird nicht kontrolliert.

Hinzu kommt, dass die meisten der 8000 bis 9000 Pendler in Schweden wohnen und in Dänemark arbeiten. Erst wenn die am Nachmittag ihre Heimreise antreten, könnte es auf dem Bahnsteig in Kastrup voll werden.

Das schwedische Fernsehen berichtete, dass bis zum Vormittag acht Personen gestoppt wurden, weil sie nicht über die erforderlichen Papiere verfügten. Sie seien zum Hauptbahnhof in Kopenhagen zurückgebracht worden.   

Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen wollte sich mittags zur Lage äußern. In seiner Neujahrsansprache hatte er Kontrollen an der Grenze zu Deutschland angekündigt, sollte die schwedische Maßnahme zu einem Anstieg illegaler Flüchtlinge in Dänemark führen.

Quelle: n-tv.de

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