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Auf dem Weg zur Chefin der großen Schwesterpartei: CSU-Chef Horst Seehofer vor dem Berliner Kanzleramt.
Auf dem Weg zur Chefin der großen Schwesterpartei: CSU-Chef Horst Seehofer vor dem Berliner Kanzleramt.(Foto: dpa)

Merkel empfängt CSU-Chef : Seehofer: Gespräch lief "unfallfrei"

Worüber haben Angela Merkel und Horst Seehofer gesprochen? Nach dem Besuch im Kanzleramt äußert sich der Landeschef aus Bayern zufrieden. Bei einem anschließenden Auftritt in Halle hört sich Seehofer etwas anders an.

CSU-Chef Horst Seehofer beharrt auch nach einem Treffen im Kanzleramt auf einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik. Er wünsche CDU-Chefin Angela Merkel bei den Gesprächen zur Lösung der Flüchtlingskrise viel Erfolg, sagte Seehofer auf einer CDU-Wahlveranstaltung in Halle. "Aber wenn die internationalen Maßnahmen nicht rechtzeitig oder nicht wirksam genug kommen, werden wir um nationale Maßnahmen der Begrenzung nicht umhinkommen." Dies sei die bayerische Position.

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Unmittelbar nach dem Treffen mit der Kanzlerin hatte sich Seehofer noch zufrieden gezeigt. Auf die Frage, wie das Gespräch im Kanzleramt in Berlin verlaufen sei, sagte Seehofer: "Sehr entspannt und gut." Es sei alles besprochen worden, was im Moment politisch relevant sei, hatte er erklärt, bevor er sich in Richtung Halle in Sachsen-Anhalt aufmachte. Über konkrete Ergebnisse wurde nichts bekannt. Seehofer sagte, es sei Vertraulichkeit vereinbart worden.

"Nicht die allerbeste Idee"

Sinn des Gespräches sei nicht gewesen, Merkel zu überzeugen, fügte Seehofer hinzu. In zwei Wochen würden sie sich wieder treffen, hieß es lediglich. "Es war unfallfrei, keine Verletzungen", beschrieb der CSU-Chef den Gesprächsverlauf im Kanzleramt. "Wir arbeiten vernünftig zusammen", sagte er über sei Verhältnis zu Merkel.

Auch in CDU und CSU hieß es, das Gespräch habe in einer "sehr offenen, guten, freundschaftlichen" Atmosphäre stattgefunden. Themen waren demnach neben der Flüchtlingskrise unter anderem auch die von der CSU blockierte Reform der Erbschaftsteuer. An dem Treffen nahmen auch Finanzminister Wolfgang Schäuble, Kanzleramtschef Peter Altmaier, CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt und Unionsfraktionschef Volker Kauder teil.

Empfehlung von Helmut Kohl

Bei seinem Wahlkampfauftritt in Sachsen-Anhalt hörte sich Seehofer etwas anders an: Bei der Rede in Halle warnte der bayerische Ministerpräsident, dass ohne eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen weder die Integration noch eine gemeinsame EU-Lösung bei der Verteilung der Menschen auf die EU-Staaten gelingen könne. Zuletzt hatte es in der Union und der Koalition erhebliche Spannungen gegeben. Unter anderem hat Seehofer mit einer Klage Bayerns gegen den Flüchtlingskurs der Bundesregierung gedroht.

Auch der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), - zu dessen Unterstützung im Landtagswahlkampf Seehofer nach Halle gereist war, forderte sowohl eine europäische als auch eine nationale Strategie zur Verringerung der Flüchtlingszahlen. Ex-Kanzler Helmut Kohl habe ihm die Botschaft übermitteln lassen, dass ein "Sowohl als auch" nötig sei, sagte Haseloff. In Sachsen-Anhalt wird am 13. März gewählt.

Quelle: n-tv.de

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