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Jetzt spricht Horst Seehofer.
Jetzt spricht Horst Seehofer.(Foto: dapd)

"Ich kämpfe mit offenem Visier": Seehofer verteidigt sich selbst

CSU-Chef Seehofer pflegt das offene Wort: Sein Finanzminister Söder sei "vom Ehrgeiz zerfressen", Bundesverkehrsminister Ramsauer führe sich auf wie ein Zar und Ex-CSU-Hoffnung Guttenberg sei ein "Glühwürmchen", dessen Leuchten bald vorüber sei. Für seine Verbalattacken muss Bayerns Ministerpräsident viel Kritik einstecken. Jetzt antwortet der 64-Jährige darauf.

CSU-Chef Horst Seehofer hat Vorwürfe zurückgewiesen, er gehe zu hart mit seinen Parteifreunden um. Schließlich müsse auch er damit leben, dass über ihn geredet werde - "vieles davon anonym oder über Zeitungen", sagte der 64-Jährige der "Süddeutschen Zeitung". So etwas nehme er "in 90 Prozent aller Fälle sportlich-locker, so sollten wir es alle halten". Seehofer sagte: "Ich habe nie in Hinterzimmern gekämpft. Ich kämpfe mit offenem Visier. Das, was ich denke, sage ich." Auf diese Weise habe er etwa vor Jahren auch die "ungerechte Kopfpauschale in der Krankenversicherung" verhindert.

Im Dezember hatte der CSU-Chef auf einer Weihnachtsfeier abfällig über Bayerns Finanzminister Markus Söder, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gesprochen. Dies hatte in der CSU Unmut hervorgerufen. Bei der Klausurtagung der Partei in Waldbad Kreuth soll es heute eine Aussprache über seine Äußerungen geben.

Für das Wahljahr stellte der bayerische Ministerpräsident "klare Kante" und "klare Botschaften" in Aussicht. "Als CSU-Chef möchte ich der Kanzlerin vorschlagen, dass wir uns sehr klar vom politischen Gegner abgrenzen", sagte Seehofer. Er machte zudem deutlich, dass er weiter auf die FDP als Koalitionspartner setzt. Gegner seien eindeutig SPD und Grüne, die für eine "falsche Politik von vorgestern" stünden.

Seehofer lobt die Kanzlerin

Der Darstellung, er und seine Partei hätten Angst vor einer Niederlage bei der Landtagswahl im Herbst, trat Seehofer entgegen. Er sei jeden Tag in Bayern unterwegs, die Menschen seien "mit der Lage mehr als zufrieden". Es wäre "aber brandgefährlich zu sagen, wir haben alles geschafft und lehnen uns zurück". Für ihn sei "Lähmung in der Politik gefährlicher als Rebellion".

Umfragen bescheinigen der CSU derzeit Werte von bis zu 49 Prozent. Sollten die Liberalen jedoch an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, verlöre die bayerische Union jedoch ihren Koalitionspartner. In Bayern wird ebenso wie auf Bundesebene im September das Parlament neu bestimmt.

Lobende Worte fand Seehofer für Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die CDU-Chefin werde von der CSU "hoch respektiert und anerkannt". Merkel sei "eine starke Kanzlerin". Sie und er hätten "seit Längerem einen Stil der Zusammenarbeit gefunden, bei dem man sich gegenseitig zuhört, akzeptiert und die Meinung des anderen aufnimmt - das ist keine gespielte Harmonie". Seit einigen Monaten spüre man in Bayern "Rückenwind" aus Berlin. Das liege "an der guten Arbeit der Bundesregierung". Daran sei die CSU aber auch "nicht ganz unbeteiligt".

Quelle: n-tv.de

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